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HopUp-Guide - Vorwort

Dieser Guide soll einen etwas tieferen Einblick in die Funktionsweise und Arten verschiedener Prinzipien beim HopUp zeigen sowie dessen Vor- und Nachteile kurz beleuchten.
Die hier dargestellten Erkenntnisse sind nicht das Ende der Fahnenstange.
Allein aus rein physikalischer Sicht ist dieses Thema derart komplex, dass ein einfacher Guide - wie dieser einer ist - nicht ausreichen würde.
Die Erklärungen dienen dem Allgemeinverständnis der Grundprinzipien von einem HopUp.


Inhaltsverzeichnis


Das HopUp nach oben

Sinn und Zweck

Als HopUp bezeichnet man ein etabliertes System bei Airsoftwaffen, das Bestandteil des Laufes ist.
Das HopUp dient dem Zweck eine BB in eine gerichtete Rotation zu versetzen.
Eine rotierende BB erhält nach dem Verlassen des Laufes eine stabilere Flugbahn.
Durch verschiedene physikalische Effekte - insbesondere dem Magnus-Effekt - erhöht sich zudem die Reichweite, welche die fliegende BB zurücklegen kann.


Grundprinzip

An der oberen Innenseite des Laufes einer Airsoftwaffe befindet sich eine kleiner gummierter Abschnitt.
Bei Schussabgabe wird die BB an dieser Fläche vorbeigeführt.
Durch Reibung zwischen dem Gummi und der BB erhält diese einen Rückwärtsdrall.

Nach Verlassen des Laufes wird durch den Drall der entgegenkommende Luftwiderstand an der BB nach oben hin abgelenkt.
Dabei strömt die Luft an der Oberseite schneller an der BB vorbei als unterhalb.
Durch die Rotation wird diese Luft dann weiter nach unten hin abgelenk.
Die schnell vorbeiströmenden Luftmassen von oberhalb treffen dabei auf die "langsamen Luftmassen" unterhalb der BB - es entsteht hinter der BB ein Überdruck, welcher das Geschoss in seiner Flugbahn nach oben drückt: der HopUp-Effekt.
Dieser Auftrieb und HopUp-Effekt lässt nach, wenn die Flug- sowie Rotationsgeschwindigkeit der fliegenden BB nachlässt.


Bestandeile (allgemein)

Neben dem Lauf mit einem HopUp-Fenster und einer HopUp-Aufnahme gehören weitere Bestandteile, welche insgesamt als HopUp Unit bezeichnet werden.

Bestandteil Kurzbeschreibung
HopUp Bucking / Rubber Ein zylindrischer Gummi, welcher über den Laufanfang gestülpt wird.
Dieser dichtet mit dem Nozzle der Airsoftwaffe ab.
Weiterhin kann dieser eine BB bis zur Schussabgabe arretieren.
Ein klassisches HopUp Bucking enthält zudem das Nub (siehe unten).
Nub / Patch Eine gummierte Kontaktfläche, welche in das Laufinnere hineinragt.
Als Nub bezeichnet man meist eine gummierte Verdickung am Bucking.
Als Patch wird eine Kontaktfläche bezeichnet, welche oftmals nicht fest mit dem Bucking verbunden ist und meist das Nub ersetzt.
HopUp Chamber Die Kammer der HopUp Unit nimmt alle Bestandteile vom HopUp auf.
Diese wird über den Laufanfang sowie dem Bucking gestülpt und ist relativ fest mit dem Lauf arretiert.
Die Chamber ist das Verbindungsstück zwischen Lauf mit dem Nozzle als auch dem Magazin.
Es enthält zudem dem HopUp Arm mit Spacer sowie ein Einstellrad für das HopUp.
HopUp Arm Der HopUp Arm drückt den Spacer (siehe unten) auf das Bucking.
Durch ein Einstellrad bzw. -schraube kann reguliert werden, wie weit das Nub bzw. Patch in das Laufinnere gedrückt werden soll.
Spacer Der Spacer drückt über den HopUp Arm auf das Bucking.

Einflussfaktoren

Es bestehen viele Einflussfaktoren, welche auf den HopUp-Effekt und der damit verbundenen Flugeigenschaften wirken können.
Für ein möglichst konstantes Schussbild ist es Ziel, Abweichungen und Störfaktoren zu minimieren.
Die nachfolgende Übersicht zeigt einen Auszug:

Geschoss (BB)
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Gewicht Je schwerer eine BB, umso stärker muss der HopUp-Effekt eingestellt werden, um gegen die Erdanziehungskraft zu wirken.
Ein höheres Gewicht sorgt zudem für eine verbesserte Flugstabilität, geringere Anfälligkeit durch Seitenwinde und ein längeres Anhalten der Rotation.
Aber auch eine niedrigere Fluggeschwindigkeit und damit verbunden einer oft längeren Flugdauer ist die Folge von schweren BBs.
Das Geschoss kann dabei länger äußeren Einflüssen ausgesetzt werden.
hoch
Form Eine ungleichmäßige Form, insbesondere durch Grate, Rückstände aus der Produktion sowie Dellen infolge von Lagerschäden, sorgt für eine stark variierenden HopUp-Effekt und kann zudem das Nub bzw. Patch dauerhaft beschädigen. hoch
Dichte BBs mit ungleichmäßiger Dichte z.B. durch Lufteinschlüsse erhalten nach jedem Schuss jeweils einen unterschiedlich ausgerichteten Drall.
Eine besonders einseitig hohe bzw. niedrige Dichte sorgt für eine stärkere Unwucht, wodurch die BB im Flug "tänzelt".
mittel
Oberfläche Je rauer die Oberfläche, umso höher ist die Reibung zwischen BB und der gummierten Kontaktfläche, wodurch der HopUp-Effekt verstärkt werden kann.
Unsaubere Oberflächen, insbesondere durch eine ungleichmäßig aufgetragene Politur, Staub, aufgeraute Stellen durch Lagerschäden sowie durch Öl- und Fettrückständen, können starke Reibungsverluste oder -differenzen zwischen BB und der gummierten Kontaktfläche verursachen, wodurch der HopUp-Effekt nicht genau kontrollierbar wird.
mittel
Durchmesser Bei einer BB mit geringem Durchmesser muss das Nub bzw. Patch weiter in den Innenlauf gedrückt werden.
Eine größere BB kann zu Verstopfungen oder einem verstärkten HopUp-Effekt führen.
niedrig

Lauf
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Oberfläche Glatte und gleichmäßige Oberflächen über die gesamte Lauflänge sorgen dafür, dass auf die BB weniger Störungen bei der Beschleunigung wirken.
Verunreinigungen, Oxidationen, Feuchtigkeits- und Fettrückstände sowie einzelne Unebenheiten verhalten sich wie Stolpersteine für die BB und verursachen eine erhöhte Streuung.
hoch
Länge Je länger ein Lauf ist,  umso länger kann eine BB potentiell beschleunigt werden.
Zugleich kann dabei aber auch die rotierende BB mit dem Laufinneren "anecken".
Auch andere Störfaktoren (z.B. Verunreinigungen, Unebenheiten, etc.) können linear zur Lauflänge zunehmen und das Trefferbild verschlechtern.
mittel
Querschnitt Ein symmetrischer Laufquerschnitt (Laufseele) sorgt für gleichmäßige Luftströme.
Ein asymmetrischer bzw. unrunder Querschnitt kann zu einseitigen Abweichungen des Luftstroms sorgen und den Rotationsmittelpunkt der BB verschieben, wodurch diese stärker abdriften kann.
mittel
Mittellinie Ein welliger oder gebogener Lauf verstärken die auf die BB wirkenden Störfaktoren.
Seitliche Biegungen verlagern den Rotationsmittelpunkt, wodurch die BB stark seitlich abdriften kann.
Auch kann die Flugkurve seitlich stark "bananenförmig" verlaufen.
mittel
Durchmesser Auf die Gesamtlänge des Laufes betrachtet wirkt sich ein gleichbleibender Durchmesser positiv auf die Rotation der BB aus.
Abweichungen und "Wellen" im Lauf können bei der durchtreibenden BB die Rotationsrichtung dieser ändern und das Trefferbild erheblich beeinflussen.
Ein weiter Innendurchmesser des Laufes verstärkt ein schmales Luftpolster um die rotierende BB, das die Auswirkungen von auftretenden Störfaktoren im Lauf mindern kann, mindert zugleich aber die Fluggeschwindigkeit der BB.
mittel
Material Metall dehnt sich bei verschiedenen Temperaturen unterschiedlich aus.
Dies kann Einfluss auf den Durchmesser sowie die Mittellinie ausüben, wodurch die HopUp-Einstellung je nach Temperatur voneinander abweichen kann.
niedrig
Vibrationen Bei Schussabgabe werden oft kleine Vibrationen freigesetzt.
Das Nachschwingen des Laufes kann für geringe Abweichungen der Ausrichtung des Laufes sowie Störungen bei der Beschleunigung der BB im Lauf verursachen.
niedrig

Bucking
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Material Gummi verhält sich je nach chemischer Zusammensetzung und der Materialtemperatur völlig unterschiedlich.
Ein beschädigtes oder zu weiches Bucking kann bei hohem Luftdruck nachgeben und zu Undichtigkeiten führen.
Dadurch kann die BB bei jedem Schuss unterschiedlich stark beschleunigt werden, wodurch auch der HopUp-Effekt variieren kann.
hoch
Formstabilität Eine geringe Formstabilität kann dazu führen, dass bei längerer Lagerung oder niedrigen Temperaturen das Nub bzw. der Patch auch bei herausgedrehtem HopUp in den Lauf gedrückt wird, das zu ungewollten Einstellungen führen kann. niedrig
Dicke Ein Bucking mit niedriger Wandstärke kann dazu führen, dass dieses zu viel Spiel in der Chamber hat, wodurch die Dichtigkeit sowie Ausrichtung von HopUp Arm und Spacer variieren kann. niedrig

Nub / Patch
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Material Gummi verhält sich je nach chemischer Zusammensetzung und der Materialtemperatur völlig unterschiedlich.
Der Härtegrad (Shore) reicht dabei üblicherweise von 40° (sehr weich) bis zu 80° (sehr hart).
Bei kalten Temperaturen ist das Nub bzw. Patch in der Regel fester, wodurch das Material bei Kontakt mit der BB weniger nachgibt und dadurch die Bremswirkung auf die zu beschleunigende BB erhöht wird.
Hinzu kann kommen, dass die Reibungseigenschaft des Materials bei niedrigen Temperaturen verloren gehen können.
Dieser Effekt kann geringfügig und kurzfristig nachlassen, wenn durch die Abgabe mehrerer aufeinanderfolgende Schüsse und der damit verbundenen erzeugten Reibungshitze das Nub bzw. Patch "warmgeschossen" wird.
Auch der Verschleiß der Kontaktfläche ist stark abhängig von der Zusammensetzung des Materials und vom Härtegrad.
hoch
Oberfläche Ein beschädigtes oder abgenutztes Nub bzw. Patch verursacht eine ungleichmäßige Reibung zwischen BB und Kontaktfläche.
Dadurch kann die Rotationsrichtung der BB variieren und zu starken Abweichungen im Schussbild führen.
hoch
Position (vertikal) Je weiter das Nub bzw. der Patch in den Innenlauf hineinragt, umso größer ist in der Regel die Kontaktfläche sowie Reibung mit der BB.
Einhergehend erhöht sich auch die Bremswirkung auf die zu beschleunigende BB.
hoch
Form (quer) Die Querform (Shape) der Kontaktfläche hat einen erheblichen Einfluss auf die Ausrichtung der BB und der damit verbunden Rotationsrichtung.
Eine flache sowie konvexe Form zur BB erzeugt eine punktuelle Reibungsfläche.
Bereits ein geringer vertikaler Versatz zum BB-Mittelpunkt verursacht hierbei eine schräge Rotationsrichtung und damit ein seitliches Abdriften der Flugkurve.
Eine konkave Form erhöht die Breite der Auflage zwischen BB und Kontaktfläche und damit verbunden die Reibung .
Zudem ist eine gleichbleibender Einstellung der Rotationsrichtung möglich.
hoch
Form (längs) Die Längsform der Kontaktfläche trägt im Wesentlichen dazu bei, wie lange zwischen dem Nub bzw. Patch und der BB eine Reibung besteht.
Je länger der Reibungsweg, umso stärker erfolgt der HopUp-Effekt und umso geringer ist ein unkontrollierbarer Impuls, wodurch eine gleichmäßigere Flugkurve der BB möglich wird.
mittel
Impuls Je stärker der Impuls punktuell auf das Nub bzw. dem Patch wirkt, umso höher ist der Ausschlag bei auftretende Abweichungen.
Ein gleichbleibender Impuls vermindert Schwankungen beim Ausschlag der BB.
mittel

Spacer
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Form (quer)
Spacer-Varianten
verschiedene Spacer-Formen
Der Spacer drückt auf das Bucking und formt zugleich das Nub bzw. den Patch.
Im Wesentlichen gibt es zur Querachse zwei Formen: gerade und konkav.
Eine gerade Kontur wirkt senkrecht und punktuell auf das Bucking.
Ein kleiner Versatz in der vertikalen Achse hat dabei zur Folge, dass die BB schräg in Rotation gebracht wird und diese in ihrer Flugbahn diagonal zur Mittellinie abdriftet.
Eine konkave Form hingegen soll zum Ziel haben, den Druck auf das Bucking auf eine möglichst breite Fläche zu verteilen.
Stark konkave Formen, wie z.B. ein einfacher H- oder X-Spacer, erzeugen zwei Druckpunkte.
Dadurch kann das zentrieren und gleichmäßige Auflegen vom Nub bzw. Patch auf die BB vereinfacht werden.
Ein flacher konkaver Spacer soll hingegen gleichmäßig über die gesamte Fläche auf das Bucking drücken.
Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Form vom Nub bzw. Patch möglichst gleichbleibend wiedergegeben werden soll.
hoch
Form (längs) Die Längsform von einem Spacer gibt an, wie breit zur Längsachse die Auflagefläche auf das Bucking wirkt.
Die meisten Spacer besitzen eine konvexe Form, das vertikal einen einzelnen Druckpunkt erzeugt.
Um hingegen eine möglichst breite Auflagefläche auf das Bucking zu erreichen, wird ein flacher (flat) Spacer benötigt.
Dies ist besonders sinnvoll bei Buckings und Patches, deren Kontaktfläche zur BB im Längsschnitt relativ lang sein soll, wie z.B. bei einem Flat- oder R-Hop.
hoch
Material Das Material bestimmt hauptsächlich darüber, wie präzise die Stärke vom HopUp-Effekt eingestellt werden kann.
Ein weicher Spacer gibt bei Kontakt zwischen BB und Bucking stärker nach, wodurch der Impuls geringfügig verringert und der HopUp-Effekt feinstufiger justiert werden kann.
Ist das Material eher hart, ist das Einstellen vom HopUp etwas schwieriger, da hier keine großen Einstellungstoleranzen bestehen.
Dafür ist aber das Einstellungsergebnis insgesamt gleichbleibender.
mittel

HopUp Chamber
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Verarbeitung Eine schlecht verarbeite Chamber kann dazu führen, dass das Bucking nicht gleichmäßig auf den Lauf angepresst wird.
Hierbei können Abweichungen bei der Dichtigkeit zum Bucking sowie der Ausrichtung vom Nub auftreten.
niedrig

HopUp Arm
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Anzahl Die Anzahl bestimmt, wie viele justierbare Druckpunkte auf den Spacer wirken können.
Übliche HopUp-Systeme verwenden einen einzigen HopUp-Arm.
Darüber hinaus gibt es weitere Systeme, die zumeist einen zweiten HopUp-Arm nutzen.
Dabei wirken beide Arme symmetrisch zur vertikalen Achse auf den Spacer bzw. dem Bucking.
Hierbei wird es möglich, den Auflagewinkel von Spacer, Bucking und Nub bzw. Patch präziser aufeinander auszurichten.
hoch
Auflagewinkel Durch den HopUp Arm wird bestimmt, an welcher Position und in welchem Winkel der Spacer auf das Bucking gedrückt wird.
Grundsätzlich soll durch der HopUp Arm senkrecht auf den Spacer bzw. das Bucking gewirkt werden.
Drückt hingegen der Spacer in einem leichten schrägen Winkel auf das Bucking, kann die Ausrichtung vom Nub bzw. Patch variieren.
Insbesondere bei im Längsschnitt flachen Spacer ist die von besonderer Relevanz.
niedrig

Antrieb (Luftdruck)
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Druck Je höher der erzeugte Luftdruck der Waffe ist, umso stärker kann eine BB beschleunigt werden.
Ein zu hoher Luftdruck kann dazu führen, dass bei Schussabgabe das Bucking nachgibt und dadurch Undichtigkeiten entstehen.
Infolge dessen wird die BB unterschiedlich stark beschleunigt, wodurch Schussergebnisse erheblich voneinander abweichen können.
Weiterhin können durch einen zu hohen Druck bei Austritt der BB an der Laufmündung starke Verwirbelungen auftreten und zu einem verschlechterten Schussbild führen.
hoch
Temperatur Besonders bei Gas- und CO2-Waffen wirken sich deren kalten Gase negativ auf das Bucking sowie dem Nub bzw. Patch aus.
Abhängig  der Temperatur vom Gummi verändern sich dessen Reibungseigenschaften.
Dadurch können Schussergebnisse besonders im Unterschied zwischen warmen und kalten Tagen stark voneinander abweichen.
mittel
Gemisch Zusätze und Verunreinigungen in der antreibenden Druckluft können sich negativ auf das Nub bzw. Patch auswirken, das eine verminderte Reibung zwischen dem Gummi und der BB bewirken kann.
Insbesondere Spuren von Silikon - ob nun als Zusatz im verwendeten Gas oder als Rückstand im Zylinder einer Gearbox - können das Nub bzw. Patch benetzen und den HopUp-Effekt abschwächen.
mittel

Äußere Einflüsse
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Schießfehler Ziel- und Schießfehler insbesondere durch das Verkanten der Waffe haben zur Folge, dass die Rotationsrichtung der BB nicht senkrecht zur Erdoberfläche erfolgt, wodurch die Flugbahn der BB sich diagonal zur Ziellinie befindet. hoch
Erdanziehung Die Erdanziehung ist natürlich gegeben und wirkt senkrecht entgegen den HopUp-Effekt.
Lässt der Rückwärtsdrall der BB mit der Flugzeit nach, wirkt die Erdanziehung stärker auf die BB als die auftreibende Kraft, wodurch die BB zu Boden sinkt.
hoch
Windrichtung Gegenwind verstärkt deutlich den HopUp-Effekt, hat aber eine höhere Bremswirkung auf die BB selbst.
Rückenwind hat einen schwächeren Einfluss auf den HopUp-Effekt, verringert aber die Bremswirkung auf die BB.
Seitenwinde verursachen ein starkes seitliches Abdriften auf die BB und können die vertikale Rotationsrichtung beeinflussen.
Aufwinde wirken entgegen der Erdanziehungskraft und erhöhen die Reichweite.
Fallende Winde wirken mit der Anziehungskraft und "drücken" die BB früher zu Boden.
Insbesondere beim Schuss im freien Umfeld und durch wechselhafte Umgebungen ist die genaue Flugbahn durch wechselnde Winde kaum vorhersehbar.
hoch
Windkraft Je höher die Windkraft, umso stärker wirkt sich der Wind im Zusammenhang mit der Windrichtung auf die BB aus.
Insbesondere beim Schuss im freien Umfeld und durch wechselhafte Umgebungen ist die genaue Flugbahn durch wechselnde Winde kaum vorhersehbar.
hoch
Verwirbelungen Verwirbelungen der Luftmasse, insbesondere bei und nach Austritt der rotierenden BB aus dem Lauf, können starke Turbulenzen verursachen und die fliegende BB auf ihrer Flugbahn "tänzeln" lassen. mittel
Luftfeuchtigkeit Eine hohe Luftfeuchtigkeit verursacht einen höheren Luftwiderstand für die BB.
Insbesondere bei unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit kann sich die Flugbahn streckenweise unberechenbar machen - insbesondere beim Schießen durch Nebelbänke oder zwischen Außen- und Innenbereichen.
mittel
Temperatur Niedrige Außentemperaturen wirken sich negativ auf alle im HopUp-System beteiligten Materialen aus - insbesondere auf Gummi-Komponenten wie Dichtungen, dem Bucking sowie dem Nub bzw. Patch.
Sehr hohe Temperaturen wirken hingegen marginal schlechter auf die Flugeigenschaften der BB aus (Hitzeflimmern).
mittel
Schusswinkel Durch einen steilen Abschusswinkel erhöht sich die zurücklegende Strecke der BB, wodurch alle auf die BB wirkende Kräfte länger wirken können.
Ein flacher, nur leicht höher angesetzten Winkel kann die effektive Reichweite leicht erhöhen.
Ein zu steiler Abschusswinkel hat hingegen einen gegenteiligen Effekt.
mittel
Luftdruck Ein niedriger Luftdruck wirkt sich positiv auf die Flugeigenschaften aus.
Ein hoher Luftdruck hingegen verursacht für die BB einen höheren Luftwiderstand.
Der Effekt wirkt insgesamt nur marginal auf die Flugeigenschaften aus.
niedrig

HopUp-Varianten nach oben

Grundeigenschaften

Bei einem HopUp gibt es zwei Hauptfaktoren, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden.
Dies ist der Quer- sowie Längsschnitt der Kontaktfläche zur BB.
Damit gehen bestimmte Eigenschaften einher.
Im Wesentlichen ist dies die Ausrichtung der BB und das Reibungspotential zwischen Kontaktfläche und BB.

Grundarten

Eine im Querschnitt konkave Form (Shape) begünstigst eine gleichbleibende mittige Ausrichtung der BB.
Eine lange Kontaktfläche erhöht den Reibungsweg.

Dennoch haben alle HopUp-Varianten Vor- sowie Nachteile, welche nachfolgend etwas näher beleuchtet werden.


Standard-Hop

Standard-Hop

Ein Standard-Hop besteht aus einem Bucking, das einen im Quer- sowie Längsschnitt konvex geformtes Nub nutzt.

Die BB hat bei optimaler Einstellung einen einzigen Kontaktpunkt an der obersten Stelle.
Daher beschränkt sich die Reibung gebündelt auf diesen einen Punkt.
Die BB muss einen höheren Widerstand überwinden, sobald das Nub weiter in den Lauf hineingedreht wird.
Dadurch wird die Reibung zwischen der Kontaktfläche und dem Nub erhöht und eine stärkere Rotation bewirkt.

Vorteilhaft bei dieser Variante ist der schnelle und einfache Austausch des Buckings.
Zudem lässt sich die Intensität vom HopUp-Effekt leichter und präziser einstellen.

Die Kosten für ein Bucking sind durchschnittlich.

Nachteilig beim Standard-Hop ist, dass die vertikale Ausrichtung vom Nub zur BB schwieriger zu realisieren ist.
Zudem kann durch den einen Kontaktpunkt ein stärkerer Impuls entstehen und der Verschleiß ist etwas höher.
Ein stärkeres Eindrehen zur Erhöhung der Reibung um beispielhaft schwere BBs nutzen zu können, kann zu einem erheblichen Geschwindigkeitsverlust oder sogar zu Verstopfungen führen.


W-Hop

W-Hop

Ein W-Hop besteht aus einem Bucking, welches ein Nub nutzt, das im Quer- sowie Längsschnitt konvex geformt und mittig zum Querschnitt geteilt ist.
Das W-förmige Shape vom Nub ist hierbei namensgebend.

Im Gegensatz zum Standard-Hop werden beim W-Hop zwei Kontaktpunkte zur BB erzeugt.
Dadurch ist eine gleichbleibende Ausrichtung der BB minimal besser.
Ansonsten hat es vergleichsweise ähnliche Reibungseigenschaften wie das Standard-Hop.

Vorteilhaft bei dieser Variante ist der schnelle und einfache Austausch des Buckings.
Zudem lässt sich die Intensität vom HopUp-Effekt leichter und präziser einstellen.

Die Kosten für ein Bucking sind durchschnittlich.

Nachteilig ist wie beim Standard-Hop der stärkere Impuls und der Geschwindigkeitsverlust der beim tiefen Eindrehen zur Erhöhung der Präzision.
Zudem ist der Verschleiß etwas höher und kann damit einhergehend mittel- und langfristig die zentrale Ausrichtung der BB benachteiligen.


Flat-Hop

Flat-Hop

Ein Flat-Hop ist eine HopUp-Variante, dessen Kontaktfläche im Quer- sowie Längsschnitt eben (flat) ist.
Zur Verwendung kommen Flat-Spacer, welche möglichst eben über die gesamte Länge vom HopUp-Fenster auf das Bucking drücken.
Zudem werden plane Buckings ohne Nub genutzt.

Ähnlich wie beim Standard-Hop besteht oberhalb der BB nur ein Kontaktpunkt.
Im Gegensatz dazu erfolgt hingegen die Reibung nicht nur an einem kurzen Punkt vom Nub, sondern über die möglichst gesamte Fläche des HopUp-Fensters.
Dadurch wird eine längere Reibung und somit stärkere Rotation möglich, wodurch auch schwerere BBs genutzt werden können.

Vorteilhaft ist die mögliche Verwendung von sehr schweren BBs, ohne dabei zu viel Geschwindigkeit der BB einzubüßen.
Auch verringert sich den Impuls durch den längeren Kontakt auf die BB.
Der Einbau von Bucking und Spacer geht verhältnismäßig schnell und einfach.

Die Kosten für das Bucking und den Spacer sind durchschnittlich.
Der Verschleiß ist eher gering.

Nachteilig ist, dass der HopUp-Effekt sich schwerer als beim Standard-Hop einstellen lässt, aber dennoch einfacher als vergleichsweise beim R-Hop.
Zudem ist ein vertikales Ausrichten der BB schwieriger möglich, insbesondere wenn der HopUp-Arm oder der Spacer nicht gerade auf das Bucking drücken.


R-Hop

R-Hop

Bei einem Radius-Hop kommt ein Patch zur Nutzung, welches im Quer- sowie Längsschnitt eine breite und lange Kontaktfläche zur BB besitzt.
Im Querschnitt ist das Patch dabei konkav und möglichst bündig zur BB geformt.
Im besten Fall erfolgt die Reibung über das gesamte HopUp-Fenster entlang auf die BB.
Der Patch wird an das HopUp-Fenster vom Lauf angepasst und anschließend in der Regel mit diesem leicht verklebt.
Meist kommt beim R-Hop auch Flat-Spacer zum Einsatz.

Die BB wird bei optimaler Einstellung von einer sehr breiten Fläche über eine längere Distanz in Rotation gesetzt.

Vorteilhaft ist bei dieser Variante eine gleichbleibende Ausrichtung der BB und durch den längeren Reibungsweg eine potentiell stärkere Rotation.
Dadurch können zugleich schwere BBs genutzt werden, die bei optimaler HopUp-Einstellung eine höhere Reichweite ermöglichen können.
Der Verschleiß ist verhältnismäßig gering.
Die BB wird kaum abgebremst.

Nachteilig ist der schwierige und präzise Einbau von Patch und Bucking, der damit ggf. verbundenen Anpassungen des HopUp-Fensters am Lauf.
Auch bestehen höheren Kosten für ein Patch sowie Einbau-Kits .
Weiterhin ist das präzise Einstellen der Intensität vom HopUp-Effekt schwieriger.

Das R-Hop wurde erstmals durch den Airsoftspieler Hunterseeker publik.


S-Hop

S-Hop

Bei einem S-Hop wird ein Patch verwendet, welches eine lange und dem Lauf angepasste Kontaktfläche besitzt.
Im Querschnitt ist der Patch konkav geformt und ermöglicht eine lange Kontaktfläche über das gesamte HopUp-Fenster.
Der Patch wird aus der Grundmasse Sugru™ geformt, das zugleich namensgebend ist.
Die Masse wird in das HopUp-Fenster eingeknetet und ist nach Aushärtung, das bis zu 24 Stunden dauern kann, in der Regel relativ fest mit dem Lauf verklebt.
Sinnvollerweise kann beim S-Hop auch Flat-Spacer zum Einsatz kommen.

Bei optimaler Einstellung erhält die BB eine breite und lange Kontaktfläche, welche jedoch aufgrund der Verklebung an den Rändern des Laufes im Gegensatz zum R-Hop nur einen kleineren Teil der BB umfasst.

Vorteilhaft beim S-Hop die breitere Kontaktfläche und der damit verbundenen besseren Ausrichtung, sowie eine potentiell stärkere Rotation der BB, wodurch auch schwerere BBs genutzt werden können.
Zudem sind die Kosten im Verhältnis geringer, als bei anderen HopUp-Varianten.

Die BB wird nur geringfügig abgebremst.
Der Verschleiß ist verhältnismäßig gering.

Nachteilig ist die geringe Haltbarkeit des Grundstoffes Sugru™ durch eine schnelle Überlagerung.
Auch der hohe Zeitaufwand im Rahmen der Aushärtung der zunächst knetbaren Grundmasse verhindert einen schnellen Einbau.
Zudem ist das Einsetzen der Knetmasse fehleranfällig für Lufteinschlüsse und Risse.
Weiterhin ist das präzise Einstellen der Intensität vom HopUp-Effekt schwieriger.


Sonstiges

IR-Hop

R-Hop-Variante ("Ice R-Hop") mit einem verbesserten Patch für ein besseres Reibungsverhalten bei niedrigeren Temperaturen.

ER-Hop

R-Hop-Variante ("Extended R-Hop") mit einer längeren Kontaktfläche als beim normalen R-Hop zur Erhöhung des Reibungsweges.

IER-Hop

Kombination aus IR-Hop und ER-Hop.

G-Hop

HopUp-Variante der japanischen Tuning-Werkstatt Gungineer.
Funktionsweise ist ähnlich von einem S-Hop.
Dabei wird ein Streifen von einem normalen Bucking in das Lauffenster geklebt, wodurch eine leicht konkave Form erzeugt wird.

P-Hop

Das P-Hop ("Precise Hop") verfolgt grundsätzlich dasselbe Prinzip wie das R-Hop, besteht aber aus anderen Kunststoffen.

T-Hop

Konzeptionelle HopUp-Variante, welches erstmals vom Airsoftspieler Tackett vorgestellt wurde.
Das Grundprinzip ähnelt dem einer Kombination von ER-Hop und Flat-Hop.
Als Spacer dient ein zurechtgesägter und -geschliffenes Stück von einem Metalllauf, das auf das Bucking drückt.

J-Hop

HopUp-Variante mit dem Grundprinzip von einem S-Hop, wobei auf unterschiedliche Dichtungsmittel aus Silikon als Grundmasse zurückgegriffen wird.

BAX

Bezeichnung einer W-Hop-ähnlichen HopUp-Variante, welches von Cybergun 1999 patentiert wurde.

Meaple Leaf

Spezielles Bucking, dessen Nub eine längliche, zuspitzende konkave Form aufweist und sich ähnlich einer Mischung aus R-Hop und Flat-Hop verhält.

ECS-Patch

Das ECS-Patch ("Extended Contact Surface") wird beim Flat-Hop genutzt.
Dessen Funktionsweise ähnelt dem von einem S-Hop.


Allgemeine Hinweise und Tipps nach oben

Wie man das HopUp einstellt

Wie man das HopUp und schließlich somit auch die Waffe bestmöglich justiert, haben wir in einem extra Guide zusammengefasst.


HopUp ≠ HopUp - welche Variante wirklich taugt

Zuvor wurden die Stärken und Schwächen zwischen den einzelnen HopUp-Varianten beschrieben.
Welche Variante am Ende tatsächlich für einen geeignet ist, hängt stark von den eigenen Bedürfnis ab und wie sehr man seine Waffe an das Limit bringen möchte.

Grundsätzlich hat jede HopUp-Variante ein gemeinsames Ziel: die BB in eine senkrechte Rotation zur dessen Querachse zu versetzen.

HopUp-Fehler

Wenn man jede HopUp-Varianten perfekt einbaut, nehmen sich diese untereinander nicht viel und werden sehr ähnliche Ergebnisse liefern.
Einzig die Erhöhung von Fehlertoleranzen, die Möglichkeit zur Verwendung von schweren BBs und ein präzises Einstellen sind im Wesentlichen die Unterschiede.

Es hat sich gezeigt: wer weder Zeit, Geduld und handwerkliches Geschick hat, für denjenigen wird der Einbau von einem R-Hop wenig Begeisterung auslösen.
Wenn es eher schnell und einfach gehen soll, so greift man eher zum klassischen Standard-Hop.
Man muss aber davon ausgehen, dass dies teuer werden kann, bis man "sein perfektes Bucking" gefunden hat, da jedes Bucking andere Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile mit sich bringt.
Ordnet man sich eher zwischen diese beiden Typen ein und möchte auch etwas mehr erreichen als nur Standard, dann ist es wert einen Blick zum Flat- oder S-Hop zu werfen.

Egal wie und mit welchem Hop: ein sauberer Einbau lohnt sich!


Mythen und Irrtümer nach oben

Vorwort

Zu einigen Streitthemen in der Airsoftszene möchten wir unsere Erfahrung und Meinung darstellen.
Diese sind weder allgemeinverbindlich noch geschriebenes Gesetz.
Dennoch hoffen wir, dass wir bei manchen Punkten etwas mehr Klarheit schaffen oder zum Nachdenken anregen können.


Mit einem R-Hop hat man immer eine höhere Reichweite und Präzision

Grundsätzlich ist hierzu zu sagen: nein, diese Aussage stimmt so nicht.

Das Ziel von R-Hop ist eine länger andauernde Reibung zwischen der BB und dem Patch.
Durch die längere Reibung kann bereits bei einem niedrig eingedrehten HopUp eine höhere Rotation der BB erreicht werden, als vergleichsweise mit einem Standard-Hop.

Verwendet man aber im direkten Vergleich die gleichen BBs, wurden beide HopUp-Varianten perfekt eingebaut und stellt man gleichermaßen eine "perfekte gerade" Flugbahn ein, so liefern sowohl das Standard-Hop als auch das R-Hop die gleichen Ergebnisse.
Denn rein physikalisch wird bei einem R-Hop kein magischer Regenbogen hinter der BB erzeugt, der die Reichweite erhöht.
Die Reichweite ist im Wesentlichen abhängig vom Gewicht und der Geschwindigkeit der BB sowie deren Rotation.
Bei einer gleichen Umgebung und gleicher "optimalen" Einstellung erreichen also beide Systeme die gleiche Reichweite.

Der Vorteil von R-Hop - und damit auch die vermeintlich höhere Reichweite - liegt woanders.
Mit einem R-Hop ist es möglich, schwere BBs zu nutzen - und diese Möglichkeit wird erst durch das höhere Reibungspotential möglich.
Dabei können schwere BBs die Rotation länger aufrecht halten als leichte und sind weniger anfällig für äußere Einflüsse.
Ist das R-Hop zudem korrekt ausgerichtet, kann auch eine gleichbleibende Zentrierung der BBs ermöglicht werden.
Folglich nimmt die Streuung ab und die Präzision auf hohen Distanzen verbessert sich.
Und durch eine längere Rotation kann die BB auch länger in der Luft bleiben.

Erst wenn man also schwere BBs in Kombination mit einem R-Hop nutzt, erreicht man das volle Potential.
Ansonsten gewinnt man dem Aufwand vom Einbau entsprechend kaum Vorteile.