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HopUp-Guide - Vorwort

Dieser Guide soll einen etwas tieferen Einblick in die Funktionsweise und Arten verschiedener Prinzipien beim HopUp zeigen sowie dessen Vor- und Nachteile kurz beleuchten.
Die hier dargestellten Erkenntnisse sind nicht das Ende der Fahnenstange.
Allein aus rein physikalischer Sicht ist dieses Thema derart komplex, dass ein einfacher Guide - wie dieser einer ist - nicht ausreichen würde.
Die Erklärungen dienen dem Allgemeinverständnis der Grundprinzipien von einem HopUp.


Inhaltsverzeichnis


Das HopUp nach oben

Sinn und Zweck

Als HopUp bezeichnet man ein etabliertes System bei Airsoftwaffen, das Bestandteil des Laufes ist.
Das HopUp dient dem Zweck eine BB in eine gerichtete Rotation zu versetzen.
Eine rotierende BB erhält nach dem Verlassen des Laufes eine stabilere Flugbahn.
Durch verschiedene physikalische Effekte - insbesondere dem Magnus-Effekt - erhöht sich zudem die Reichweite, welche die fliegende BB zurücklegen kann.


Grundprinzip

An der oberen Innenseite des Laufes einer Airsoftwaffe befindet sich eine kleiner gummierter Abschnitt.
Bei Schussabgabe wird die BB an dieser Fläche vorbeigeführt.
Durch Reibung zwischen dem Gummi und der BB erhält diese einen Rückwärtsdrall.

Nach Verlassen des Laufes wird durch den Drall der entgegenkommende Luftwiderstand an der BB nach oben hin abgelenkt.
Dabei strömt die Luft an der Oberseite schneller an der BB vorbei als unterhalb.
Durch die Rotation wird diese Luft dann weiter nach unten hin abgelenk.
Die schnell vorbeiströmenden Luftmassen von oberhalb treffen dabei auf die "langsamen Luftmassen" unterhalb der BB - es entsteht hinter der BB ein Überdruck, welcher das Geschoss in seiner Flugbahn nach oben drückt: der HopUp-Effekt.
Dieser Auftrieb und HopUp-Effekt lässt nach, wenn die Flug- sowie Rotationsgeschwindigkeit der fliegenden BB nachlässt.


Bestandeile (allgemein)

Neben dem Lauf mit einem HopUp-Fenster und einer HopUp-Aufnahme gehören weitere Bestandteile, welche insgesamt als HopUp Unit bezeichnet werden.

Bestandteil Kurzbeschreibung
HopUp Bucking / Rubber Ein zylindrischer Gummi, welcher über den Laufanfang gestülpt wird.
Dieser dichtet mit dem Nozzle der Airsoftwaffe ab.
Weiterhin kann dieser eine BB bis zur Schussabgabe arretieren.
Ein klassisches HopUp Bucking enthält zudem das Nub (siehe unten).
Nub / Patch Eine gummierte Kontaktfläche, welche in das Laufinnere hineinragt.
Als Nub bezeichnet man meist eine gummierte Verdickung am Bucking.
Als Patch wird eine Kontaktfläche bezeichnet, welche oftmals nicht fest mit dem Bucking verbunden ist und meist das Nub ersetzt.
HopUp Chamber Die Kammer der HopUp Unit nimmt alle Bestandteile vom HopUp auf.
Diese wird über den Laufanfang sowie dem Bucking gestülpt und ist relativ fest mit dem Lauf arretiert.
Die Chamber ist das Verbindungsstück zwischen Lauf mit dem Nozzle als auch dem Magazin.
Es enthält zudem dem HopUp Arm mit Spacer sowie ein Einstellrad für das HopUp.
HopUp Arm Der HopUp Arm drückt den Spacer (siehe unten) auf das Bucking.
Durch ein Einstellrad bzw. -schraube kann reguliert werden, wie weit das Nub bzw. Patch in das Laufinnere gedrückt werden soll.
Spacer Der Spacer drückt über den HopUp Arm auf das Bucking.

Einflussfaktoren

Es bestehen viele Einflussfaktoren, welche auf den HopUp-Effekt und der damit verbundenen Flugeigenschaften wirken können.
Für ein möglichst konstantes Schussbild ist es Ziel, Abweichungen und Störfaktoren zu minimieren.
Die nachfolgende Übersicht zeigt einen Auszug:

Geschoss (BB)
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Gewicht Je schwerer eine BB, umso stärker muss der HopUp-Effekt eingestellt werden, um gegen die Erdanziehungskraft zu wirken.
Ein höheres Gewicht sorgt zudem für eine verbesserte Flugstabilität, geringere Anfälligkeit durch Seitenwinde und ein längeres Anhalten der Rotation.
Aber auch eine niedrigere Fluggeschwindigkeit und damit verbunden einer oft längeren Flugdauer ist die Folge von schweren BBs.
Das Geschoss kann dabei länger äußeren Einflüssen ausgesetzt werden.
hoch
Form Eine ungleichmäßige Form, insbesondere durch Grate, Rückstände aus der Produktion sowie Dellen infolge von Lagerschäden, sorgt für eine stark variierenden HopUp-Effekt und kann zudem das Nub bzw. Patch dauerhaft beschädigen. hoch
Dichte BBs mit ungleichmäßiger Dichte z.B. durch Lufteinschlüsse erhalten nach jedem Schuss jeweils einen unterschiedlich ausgerichteten Drall.
Eine besonders einseitig hohe bzw. niedrige Dichte sorgt für eine stärkere Unwucht, wodurch die BB im Flug "tänzelt".
mittel
Oberfläche Je rauer die Oberfläche, umso höher ist die Reibung zwischen BB und der gummierten Kontaktfläche, wodurch der HopUp-Effekt verstärkt werden kann.
Unsaubere Oberflächen, insbesondere durch eine ungleichmäßig aufgetragene Politur, Staub, aufgeraute Stellen durch Lagerschäden sowie durch Öl- und Fettrückständen, können starke Reibungsverluste oder -differenzen zwischen BB und der gummierten Kontaktfläche verursachen, wodurch der HopUp-Effekt nicht genau kontrollierbar wird.
mittel
Durchmesser Bei einer BB mit geringem Durchmesser muss das Nub bzw. Patch weiter in den Innenlauf gedrückt werden.
Eine größere BB kann zu Verstopfungen oder einem verstärkten HopUp-Effekt führen.
niedrig

Lauf
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Oberfläche Glatte und gleichmäßige Oberflächen über die gesamte Lauflänge sorgen dafür, dass auf die BB weniger Störungen bei der Beschleunigung wirken.
Verunreinigungen, Oxidationen, Feuchtigkeits- und Fettrückstände sowie einzelne Unebenheiten verhalten sich wie Stolpersteine für die BB und verursachen eine erhöhte Streuung.
hoch
Länge Je länger ein Lauf ist,  umso länger kann eine BB potentiell beschleunigt werden.
Zugleich kann dabei aber auch die rotierende BB mit dem Laufinneren "anecken".
Auch andere Störfaktoren (z.B. Verunreinigungen, Unebenheiten, etc.) können linear zur Lauflänge zunehmen und das Trefferbild verschlechtern.
mittel
Querschnitt Ein symmetrischer Laufquerschnitt (Laufseele) sorgt für gleichmäßige Luftströme.
Ein asymmetrischer bzw. unrunder Querschnitt kann zu einseitigen Abweichungen des Luftstroms sorgen und den Rotationsmittelpunkt der BB verschieben, wodurch diese stärker abdriften kann.
mittel
Mittellinie Ein welliger oder gebogener Lauf verstärken die auf die BB wirkenden Störfaktoren.
Seitliche Biegungen verlagern den Rotationsmittelpunkt, wodurch die BB stark seitlich abdriften kann.
Auch kann die Flugkurve seitlich stark "bananenförmig" verlaufen.
mittel
Durchmesser Auf die Gesamtlänge des Laufes betrachtet wirkt sich ein gleichbleibender Durchmesser positiv auf die Rotation der BB aus.
Abweichungen und "Wellen" im Lauf können bei der durchtreibenden BB die Rotationsrichtung dieser ändern und das Trefferbild erheblich beeinflussen.
Ein weiter Innendurchmesser des Laufes verstärkt ein schmales Luftpolster um die rotierende BB, das die Auswirkungen von auftretenden Störfaktoren im Lauf mindern kann, mindert zugleich aber die Fluggeschwindigkeit der BB.
mittel
Material Metall dehnt sich bei verschiedenen Temperaturen unterschiedlich aus.
Dies kann Einfluss auf den Durchmesser sowie die Mittellinie ausüben, wodurch die HopUp-Einstellung je nach Temperatur voneinander abweichen kann.
niedrig
Vibrationen Bei Schussabgabe werden oft kleine Vibrationen freigesetzt.
Das Nachschwingen des Laufes kann für geringe Abweichungen der Ausrichtung des Laufes sowie Störungen bei der Beschleunigung der BB im Lauf verursachen.
niedrig

Bucking
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Material Gummi verhält sich je nach chemischer Zusammensetzung und der Materialtemperatur völlig unterschiedlich.
Ein beschädigtes oder zu weiches Bucking kann bei hohem Luftdruck nachgeben und zu Undichtigkeiten führen.
Dadurch kann die BB bei jedem Schuss unterschiedlich stark beschleunigt werden, wodurch auch der HopUp-Effekt variieren kann.
hoch
Formstabilität Eine geringe Formstabilität kann dazu führen, dass bei längerer Lagerung oder niedrigen Temperaturen das Nub bzw. der Patch auch bei herausgedrehtem HopUp in den Lauf gedrückt wird, das zu ungewollten Einstellungen führen kann. niedrig
Dicke Ein Bucking mit niedriger Wandstärke kann dazu führen, dass dieses zu viel Spiel in der Chamber hat, wodurch die Dichtigkeit sowie Ausrichtung von HopUp Arm und Spacer variieren kann. niedrig

Nub / Patch
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Material Gummi verhält sich je nach chemischer Zusammensetzung und der Materialtemperatur völlig unterschiedlich.
Der Härtegrad (Shore) reicht dabei üblicherweise von 40° (sehr weich) bis zu 80° (sehr hart).
Bei kalten Temperaturen ist das Nub bzw. Patch in der Regel fester, wodurch das Material bei Kontakt mit der BB weniger nachgibt und dadurch die Bremswirkung auf die zu beschleunigende BB erhöht wird.
Hinzu kann kommen, dass die Reibungseigenschaft des Materials bei niedrigen Temperaturen verloren gehen können.
Dieser Effekt kann geringfügig und kurzfristig nachlassen, wenn durch die Abgabe mehrerer aufeinanderfolgende Schüsse und der damit verbundenen erzeugten Reibungshitze das Nub bzw. Patch "warmgeschossen" wird.
Auch der Verschleiß der Kontaktfläche ist stark abhängig von der Zusammensetzung des Materials und vom Härtegrad.
hoch
Oberfläche Ein beschädigtes oder abgenutztes Nub bzw. Patch verursacht eine ungleichmäßige Reibung zwischen BB und Kontaktfläche.
Dadurch kann die Rotationsrichtung der BB variieren und zu starken Abweichungen im Schussbild führen.
hoch
Position (vertikal) Je weiter das Nub bzw. der Patch in den Innenlauf hineinragt, umso größer ist in der Regel die Kontaktfläche sowie Reibung mit der BB.
Einhergehend erhöht sich auch die Bremswirkung auf die zu beschleunigende BB.
hoch
Form (quer) Die Querform (Shape) der Kontaktfläche hat einen erheblichen Einfluss auf die Ausrichtung der BB und der damit verbunden Rotationsrichtung.
Eine flache sowie konvexe Form zur BB erzeugt eine punktuelle Reibungsfläche.
Bereits ein geringer vertikaler Versatz zum BB-Mittelpunkt verursacht hierbei eine schräge Rotationsrichtung und damit ein seitliches Abdriften der Flugkurve.
Eine konkave Form erhöht die Breite der Auflage zwischen BB und Kontaktfläche und damit verbunden die Reibung .
Zudem ist eine gleichbleibender Einstellung der Rotationsrichtung möglich.
hoch
Form (längs) Die Längsform der Kontaktfläche trägt im Wesentlichen dazu bei, wie lange zwischen dem Nub bzw. Patch und der BB eine Reibung besteht.
Je länger der Reibungsweg, umso stärker erfolgt der HopUp-Effekt und umso geringer ist ein unkontrollierbarer Impuls, wodurch eine gleichmäßigere Flugkurve der BB möglich wird.
mittel
Impuls Je stärker der Impuls punktuell auf das Nub bzw. dem Patch wirkt, umso höher ist der Ausschlag bei auftretende Abweichungen.
Ein gleichbleibender Impuls vermindert Schwankungen beim Ausschlag der BB.
mittel

Spacer
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Form (quer)
Spacer-Varianten
verschiedene Spacer-Formen
Der Spacer drückt auf das Bucking und formt zugleich das Nub bzw. den Patch.
Im Wesentlichen gibt es zur Querachse zwei Formen: gerade und konkav.
Eine gerade Kontur wirkt senkrecht und punktuell auf das Bucking.
Ein kleiner Versatz in der vertikalen Achse hat dabei zur Folge, dass die BB schräg in Rotation gebracht wird und diese in ihrer Flugbahn diagonal zur Mittellinie abdriftet.
Eine konkave Form hingegen soll zum Ziel haben, den Druck auf das Bucking auf eine möglichst breite Fläche zu verteilen.
Stark konkave Formen, wie z.B. ein einfacher H- oder X-Spacer, erzeugen zwei Druckpunkte.
Dadurch kann das zentrieren und gleichmäßige Auflegen vom Nub bzw. Patch auf die BB vereinfacht werden.
Ein flacher konkaver Spacer soll hingegen gleichmäßig über die gesamte Fläche auf das Bucking drücken.
Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Form vom Nub bzw. Patch möglichst gleichbleibend wiedergegeben werden soll.
hoch
Form (längs) Die Längsform von einem Spacer gibt an, wie breit zur Längsachse die Auflagefläche auf das Bucking wirkt.
Die meisten Spacer besitzen eine konvexe Form, das vertikal einen einzelnen Druckpunkt erzeugt.
Um hingegen eine möglichst breite Auflagefläche auf das Bucking zu erreichen, wird ein flacher (flat) Spacer benötigt.
Dies ist besonders sinnvoll bei Buckings und Patches, deren Kontaktfläche zur BB im Längsschnitt relativ lang sein soll, wie z.B. bei einem Flat- oder R-Hop.
hoch
Material Das Material bestimmt hauptsächlich darüber, wie präzise die Stärke vom HopUp-Effekt eingestellt werden kann.
Ein weicher Spacer gibt bei Kontakt zwischen BB und Bucking stärker nach, wodurch der Impuls geringfügig verringert und der HopUp-Effekt feinstufiger justiert werden kann.
Ist das Material eher hart, ist das Einstellen vom HopUp etwas schwieriger, da hier keine großen Einstellungstoleranzen bestehen.
Dafür ist aber das Einstellungsergebnis insgesamt gleichbleibender.
mittel

HopUp Chamber
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Verarbeitung Eine schlecht verarbeite Chamber kann dazu führen, dass das Bucking nicht gleichmäßig auf den Lauf angepresst wird.
Hierbei können Abweichungen bei der Dichtigkeit zum Bucking sowie der Ausrichtung vom Nub auftreten.
niedrig

HopUp Arm
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Anzahl Die Anzahl bestimmt, wie viele justierbare Druckpunkte auf den Spacer wirken können.
Übliche HopUp-Systeme verwenden einen einzigen HopUp-Arm.
Darüber hinaus gibt es weitere Systeme, die zumeist einen zweiten HopUp-Arm nutzen.
Dabei wirken beide Arme symmetrisch zur vertikalen Achse auf den Spacer bzw. dem Bucking.
Hierbei wird es möglich, den Auflagewinkel von Spacer, Bucking und Nub bzw. Patch präziser aufeinander auszurichten.
hoch
Auflagewinkel Durch den HopUp Arm wird bestimmt, an welcher Position und in welchem Winkel der Spacer auf das Bucking gedrückt wird.
Grundsätzlich soll durch der HopUp Arm senkrecht auf den Spacer bzw. das Bucking gewirkt werden.
Drückt hingegen der Spacer in einem leichten schrägen Winkel auf das Bucking, kann die Ausrichtung vom Nub bzw. Patch variieren.
Insbesondere bei im Längsschnitt flachen Spacer ist die von besonderer Relevanz.
niedrig

Antrieb (Luftdruck)
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Druck Je höher der erzeugte Luftdruck der Waffe ist, umso stärker kann eine BB beschleunigt werden.
Ein zu hoher Luftdruck kann dazu führen, dass bei Schussabgabe das Bucking nachgibt und dadurch Undichtigkeiten entstehen.
Infolge dessen wird die BB unterschiedlich stark beschleunigt, wodurch Schussergebnisse erheblich voneinander abweichen können.
Weiterhin können durch einen zu hohen Druck bei Austritt der BB an der Laufmündung starke Verwirbelungen auftreten und zu einem verschlechterten Schussbild führen.
hoch
Temperatur Besonders bei Gas- und CO2-Waffen wirken sich deren kalten Gase negativ auf das Bucking sowie dem Nub bzw. Patch aus.
Abhängig  der Temperatur vom Gummi verändern sich dessen Reibungseigenschaften.
Dadurch können Schussergebnisse besonders im Unterschied zwischen warmen und kalten Tagen stark voneinander abweichen.
mittel
Gemisch Zusätze und Verunreinigungen in der antreibenden Druckluft können sich negativ auf das Nub bzw. Patch auswirken, das eine verminderte Reibung zwischen dem Gummi und der BB bewirken kann.
Insbesondere Spuren von Silikon - ob nun als Zusatz im verwendeten Gas oder als Rückstand im Zylinder einer Gearbox - können das Nub bzw. Patch benetzen und den HopUp-Effekt abschwächen.
mittel

Äußere Einflüsse
Faktor Kurzbeschreibung Einfluss
Schießfehler Ziel- und Schießfehler insbesondere durch das Verkanten der Waffe haben zur Folge, dass die Rotationsrichtung der BB nicht senkrecht zur Erdoberfläche erfolgt, wodurch die Flugbahn der BB sich diagonal zur Ziellinie befindet. hoch
Erdanziehung Die Erdanziehung ist natürlich gegeben und wirkt senkrecht entgegen den HopUp-Effekt.
Lässt der Rückwärtsdrall der BB mit der Flugzeit nach, wirkt die Erdanziehung stärker auf die BB als die auftreibende Kraft, wodurch die BB zu Boden sinkt.
hoch
Windrichtung Gegenwind verstärkt deutlich den HopUp-Effekt, hat aber eine höhere Bremswirkung auf die BB selbst.
Rückenwind hat einen schwächeren Einfluss auf den HopUp-Effekt, verringert aber die Bremswirkung auf die BB.
Seitenwinde verursachen ein starkes seitliches Abdriften auf die BB und können die vertikale Rotationsrichtung beeinflussen.
Aufwinde wirken entgegen der Erdanziehungskraft und erhöhen die Reichweite.
Fallende Winde wirken mit der Anziehungskraft und "drücken" die BB früher zu Boden.
Insbesondere beim Schuss im freien Umfeld und durch wechselhafte Umgebungen ist die genaue Flugbahn durch wechselnde Winde kaum vorhersehbar.
hoch
Windkraft Je höher die Windkraft, umso stärker wirkt sich der Wind im Zusammenhang mit der Windrichtung auf die BB aus.
Insbesondere beim Schuss im freien Umfeld und durch wechselhafte Umgebungen ist die genaue Flugbahn durch wechselnde Winde kaum vorhersehbar.
hoch
Verwirbelungen Verwirbelungen der Luftmasse, insbesondere bei und nach Austritt der rotierenden BB aus dem Lauf, können starke Turbulenzen verursachen und die fliegende BB auf ihrer Flugbahn "tänzeln" lassen. mittel
Luftfeuchtigkeit Eine hohe Luftfeuchtigkeit verursacht einen höheren Luftwiderstand für die BB.
Insbesondere bei unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit kann sich die Flugbahn streckenweise unberechenbar machen - insbesondere beim Schießen durch Nebelbänke oder zwischen Außen- und Innenbereichen.
mittel
Temperatur Niedrige Außentemperaturen wirken sich negativ auf alle im HopUp-System beteiligten Materialen aus - insbesondere auf Gummi-Komponenten wie Dichtungen, dem Bucking sowie dem Nub bzw. Patch.
Sehr hohe Temperaturen wirken hingegen marginal schlechter auf die Flugeigenschaften der BB aus (Hitzeflimmern).
mittel
Schusswinkel Durch einen steilen Abschusswinkel erhöht sich die zurücklegende Strecke der BB, wodurch alle auf die BB wirkende Kräfte länger wirken können.
Ein flacher, nur leicht höher angesetzten Winkel kann die effektive Reichweite leicht erhöhen.
Ein zu steiler Abschusswinkel hat hingegen einen gegenteiligen Effekt.
mittel
Luftdruck Ein niedriger Luftdruck wirkt sich positiv auf die Flugeigenschaften aus.
Ein hoher Luftdruck hingegen verursacht für die BB einen höheren Luftwiderstand.
Der Effekt wirkt insgesamt nur marginal auf die Flugeigenschaften aus.
niedrig

HopUp-Varianten nach oben

Grundeigenschaften

Bei einem HopUp gibt es zwei Hauptfaktoren, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden.
Dies ist der Quer- sowie Längsschnitt der Kontaktfläche zur BB.
Damit gehen bestimmte Eigenschaften einher.
Im Wesentlichen ist dies die Ausrichtung der BB und das Reibungspotential zwischen Kontaktfläche und BB.

Grundarten

Eine im Querschnitt konkave Form (Shape) begünstigst eine gleichbleibende mittige Ausrichtung der BB.
Eine lange Kontaktfläche erhöht den Reibungsweg.

Dennoch haben alle HopUp-Varianten Vor- sowie Nachteile, welche nachfolgend etwas näher beleuchtet werden.


Standard-Hop

Standard-Hop

Ein Standard-Hop besteht aus einem Bucking, das einen im Quer- sowie Längsschnitt konvex geformtes Nub nutzt.

Die BB hat bei optimaler Einstellung einen einzigen Kontaktpunkt an der obersten Stelle.
Daher beschränkt sich die Reibung gebündelt auf diesen einen Punkt.
Die BB muss einen höheren Widerstand überwinden, sobald das Nub weiter in den Lauf hineingedreht wird.
Dadurch wird die Reibung zwischen der Kontaktfläche und dem Nub erhöht und eine stärkere Rotation bewirkt.

Vorteilhaft bei dieser Variante ist der schnelle und einfache Austausch des Buckings.
Zudem lässt sich die Intensität vom HopUp-Effekt leichter und präziser einstellen.

Die Kosten für ein Bucking sind durchschnittlich.

Nachteilig beim Standard-Hop ist, dass die vertikale Ausrichtung vom Nub zur BB schwieriger zu realisieren ist.
Zudem kann durch den einen Kontaktpunkt ein stärkerer Impuls entstehen und der Verschleiß ist etwas höher.
Ein stärkeres Eindrehen zur Erhöhung der Reibung um beispielhaft schwere BBs nutzen zu können, kann zu einem erheblichen Geschwindigkeitsverlust oder sogar zu Verstopfungen führen.


W-Hop

W-Hop

Ein W-Hop besteht aus einem Bucking, welches ein Nub nutzt, das im Quer- sowie Längsschnitt konvex geformt und mittig zum Querschnitt geteilt ist.
Das W-förmige Shape vom Nub ist hierbei namensgebend.

Im Gegensatz zum Standard-Hop werden beim W-Hop zwei Kontaktpunkte zur BB erzeugt.
Dadurch ist eine gleichbleibende Ausrichtung der BB minimal besser.
Ansonsten hat es vergleichsweise ähnliche Reibungseigenschaften wie das Standard-Hop.

Vorteilhaft bei dieser Variante ist der schnelle und einfache Austausch des Buckings.
Zudem lässt sich die Intensität vom HopUp-Effekt leichter und präziser einstellen.

Die Kosten für ein Bucking sind durchschnittlich.

Nachteilig ist wie beim Standard-Hop der stärkere Impuls und der Geschwindigkeitsverlust der beim tiefen Eindrehen zur Erhöhung der Präzision.
Zudem ist der Verschleiß etwas höher und kann damit einhergehend mittel- und langfristig die zentrale Ausrichtung der BB benachteiligen.


Flat-Hop

Flat-Hop

Ein Flat-Hop ist eine HopUp-Variante, dessen Kontaktfläche im Quer- sowie Längsschnitt eben (flat) ist.
Zur Verwendung kommen Flat-Spacer, welche möglichst eben über die gesamte Länge vom HopUp-Fenster auf das Bucking drücken.
Zudem werden plane Buckings ohne Nub genutzt.

Ähnlich wie beim Standard-Hop besteht oberhalb der BB nur ein Kontaktpunkt.
Im Gegensatz dazu erfolgt hingegen die Reibung nicht nur an einem kurzen Punkt vom Nub, sondern über die möglichst gesamte Fläche des HopUp-Fensters.
Dadurch wird eine längere Reibung und somit stärkere Rotation möglich, wodurch auch schwerere BBs genutzt werden können.

Vorteilhaft ist die mögliche Verwendung von sehr schweren BBs, ohne dabei zu viel Geschwindigkeit der BB einzubüßen.
Auch verringert sich den Impuls durch den längeren Kontakt auf die BB.
Der Einbau von Bucking und Spacer geht verhältnismäßig schnell und einfach.

Die Kosten für das Bucking und den Spacer sind durchschnittlich.
Der Verschleiß ist eher gering.

Nachteilig ist, dass der HopUp-Effekt sich schwerer als beim Standard-Hop einstellen lässt, aber dennoch einfacher als vergleichsweise beim R-Hop.
Zudem ist ein vertikales Ausrichten der BB schwieriger möglich, insbesondere wenn der HopUp-Arm oder der Spacer nicht gerade auf das Bucking drücken.


R-Hop

R-Hop

Bei einem Radius-Hop kommt ein Patch zur Nutzung, welches im Quer- sowie Längsschnitt eine breite und lange Kontaktfläche zur BB besitzt.
Im Querschnitt ist das Patch dabei konkav und möglichst bündig zur BB geformt.
Im besten Fall erfolgt die Reibung über das gesamte HopUp-Fenster entlang auf die BB.
Der Patch wird an das HopUp-Fenster vom Lauf angepasst und anschließend in der Regel mit diesem leicht verklebt.
Meist kommt beim R-Hop auch Flat-Spacer zum Einsatz.

Die BB wird bei optimaler Einstellung von einer sehr breiten Fläche über eine längere Distanz in Rotation gesetzt.

Vorteilhaft ist bei dieser Variante eine gleichbleibende Ausrichtung der BB und durch den längeren Reibungsweg eine potentiell stärkere Rotation.
Dadurch können zugleich schwere BBs genutzt werden, die bei optimaler HopUp-Einstellung eine höhere Reichweite ermöglichen können.
Der Verschleiß ist verhältnismäßig gering.
Die BB wird kaum abgebremst.

Nachteilig ist der schwierige und präzise Einbau von Patch und Bucking, der damit ggf. verbundenen Anpassungen des HopUp-Fensters am Lauf.
Auch bestehen höheren Kosten für ein Patch sowie Einbau-Kits .
Weiterhin ist das präzise Einstellen der Intensität vom HopUp-Effekt schwieriger.

Das R-Hop wurde erstmals durch den Airsoftspieler Hunterseeker publik.


S-Hop

S-Hop

Bei einem S-Hop wird ein Patch verwendet, welches eine lange und dem Lauf angepasste Kontaktfläche besitzt.
Im Querschnitt ist der Patch konkav geformt und ermöglicht eine lange Kontaktfläche über das gesamte HopUp-Fenster.
Der Patch wird aus der Grundmasse Sugru™ geformt, das zugleich namensgebend ist.
Die Masse wird in das HopUp-Fenster eingeknetet und ist nach Aushärtung, das bis zu 24 Stunden dauern kann, in der Regel relativ fest mit dem Lauf verklebt.
Sinnvollerweise kann beim S-Hop auch Flat-Spacer zum Einsatz kommen.

Bei optimaler Einstellung erhält die BB eine breite und lange Kontaktfläche, welche jedoch aufgrund der Verklebung an den Rändern des Laufes im Gegensatz zum R-Hop nur einen kleineren Teil der BB umfasst.

Vorteilhaft beim S-Hop die breitere Kontaktfläche und der damit verbundenen besseren Ausrichtung, sowie eine potentiell stärkere Rotation der BB, wodurch auch schwerere BBs genutzt werden können.
Zudem sind die Kosten im Verhältnis geringer, als bei anderen HopUp-Varianten.

Die BB wird nur geringfügig abgebremst.
Der Verschleiß ist verhältnismäßig gering.

Nachteilig ist die geringe Haltbarkeit des Grundstoffes Sugru™ durch eine schnelle Überlagerung.
Auch der hohe Zeitaufwand im Rahmen der Aushärtung der zunächst knetbaren Grundmasse verhindert einen schnellen Einbau.
Zudem ist das Einsetzen der Knetmasse fehleranfällig für Lufteinschlüsse und Risse.
Weiterhin ist das präzise Einstellen der Intensität vom HopUp-Effekt schwieriger.


Sonstiges

IR-Hop

R-Hop-Variante ("Ice R-Hop") mit einem verbesserten Patch für ein besseres Reibungsverhalten bei niedrigeren Temperaturen.

ER-Hop

R-Hop-Variante ("Extended R-Hop") mit einer längeren Kontaktfläche als beim normalen R-Hop zur Erhöhung des Reibungsweges.

IER-Hop

Kombination aus IR-Hop und ER-Hop.

G-Hop

HopUp-Variante der japanischen Tuning-Werkstatt Gungineer.
Funktionsweise ist ähnlich von einem S-Hop.
Dabei wird ein Streifen von einem normalen Bucking in das Lauffenster geklebt, wodurch eine leicht konkave Form erzeugt wird.

P-Hop

Das P-Hop ("Precise Hop") verfolgt grundsätzlich dasselbe Prinzip wie das R-Hop, besteht aber aus anderen Kunststoffen.

T-Hop

Konzeptionelle HopUp-Variante, welches erstmals vom Airsoftspieler Tackett vorgestellt wurde.
Das Grundprinzip ähnelt dem einer Kombination von ER-Hop und Flat-Hop.
Als Spacer dient ein zurechtgesägter und -geschliffenes Stück von einem Metalllauf, das auf das Bucking drückt.

J-Hop

HopUp-Variante mit dem Grundprinzip von einem S-Hop, wobei auf unterschiedliche Dichtungsmittel aus Silikon als Grundmasse zurückgegriffen wird.

BAX

Bezeichnung einer W-Hop-ähnlichen HopUp-Variante, welches von Cybergun 1999 patentiert wurde.

Meaple Leaf

Spezielles Bucking, dessen Nub eine längliche, zuspitzende konkave Form aufweist und sich ähnlich einer Mischung aus R-Hop und Flat-Hop verhält.

ECS-Patch

Das ECS-Patch ("Extended Contact Surface") wird beim Flat-Hop genutzt.
Dessen Funktionsweise ähnelt dem von einem S-Hop.


Wie man ein HopUp einstellt nach oben

Der lange Weg - aufwändig, aber präzise

Nachfolgend wird beschrieben, wie man allgemein ein HopUp auf seine Zuverlässigkeit testen kann.
Möchte man wissen, wie gut das HopUp funktioniert, darf man dabei aber eines nicht verwechseln:
Jede Einstellung ist höchst individuell und muss nicht für jedes Spiel repräsentativ sein!

Führt man als Beispiel den Schusstest bei Zimmertemperatur durch, darf man nicht erwarten, bei -5 °C auf dem Spielfeld die gleichen Ergebnisse zu erzielen.
Nimmt man sich dennoch besonders viel Zeit, weiß man, ob das HopUp grundsätzlich taugt und kann später ein nerviges Nachjustieren im Feld ersparen.

Nehmen wir nachfolgend an, dass das HopUp unbeschädigt ist, richtig verbaut wurde und das System insgesamt zuverlässig und dicht ist.
Wenn dies der Fall ist, müssen die "inneren Bedingungen", also im Wesentlichen die Innenballistik, kaum noch betrachtet werden.

Wichtig wird dann vor allem, äußere Bedingungen und Fehlerquellen auszumerzen.
Daher solltet ihr versuchen, die folgenden Punkte zu beachten:

Ehrlich zu sich selbst sein

Jeder prahlt gerne damit, wie gut und toll die eigene Waffe ist.
Die Gefahr dabei ist aber sich selbst die Welt schönzureden - das ist fatal.
Auch wenn später die ermittelten Ergebnisse nicht den Wunschvorstellungen entsprechen, sollte man diese sauber dokumentieren und sich nicht davor abschrecken lassen, die verschiedene Varianten und Systeme zu vergleichen.
Erst dann ist der Test überhaupt repräsentativ.

Die richtige Umgebung

Nach Möglichkeit sollte in einem geschlossenen Raum geschossen werden.
Es darf kein Durchzug bestehen - Windstille ist demnach Pflicht, wenn man vergleichbare Ergebnisse erhalten will.

Sollte der Schuss dennoch im Freien erfolgen, versucht eine möglichst freie Schussbahn zu erhalten.
Es sollte nicht an Hindernisse oder Hausecken vorbeigeschossen werden, da dort oft Luftverwirbelungen entstehen, welche ein Ergebnis verfälschen können.
Sorgt dafür, dass die Ergebnisse in einem kurzen Zeitraum und nicht über mehrere Tage ermittelt werden.
Luftdruck, Wind, Luftfeuchtigkeit - als das kann Trefferergebnisse verfälschen.

Die richtige Ausrichtung

Ausrichtung

Die Waffe muss stabil und gleichbleibend ausgerichtet werden.
Nach Möglichkeit bietet sich es an, die Waffe einzuspannen.
Eine kleine Wasserwaage (Libelle) ist unabhängig davon Gold wert.

Es ist zu vermeiden, die Waffe nur auf den Außenlauf, dem Handschutz oder dem Magazin aufzulegen.
Bei manchen Airsoftwaffen kann sich durch die Auflage das Frontset nach oben biegen, wodurch die Lauflinie später nicht mit mehr der Ziellinie übereinstimmen muss.
Auch sollte das HopUp frei zugänglich und einstellbar sein, da jeder Handgriff an der Waffe diese leicht verstellen kann.

Die Waffe sollte zudem auch geradlinig auf das Ziel gerichtet sein - also horizontal zur Erdoberfläche.
Winkelt man diese an, repräsentieren die Ergebnisse nicht die durchgehend tatsächliche Präzision.

Es ist sinnvoll, mit der Waffe nicht knapp über dem Boden zu schießen, um das Flugprofil besser auswerten zu können.
Eine Schusshöhe aus etwa 1 Meter ist dabei zielführender.

Das richtige Ziel

Das Wichtigste gleich zu Beginn: alle Ziele sollten genau ausgemessen werden!
Messungen in Schritten, Google Maps oder sogar per Augenmaß sind die denkbar schlechtesten Möglichkeiten, eine Distanz abzustecken.
Auch hochgelobte Laser-Entfernungsmesser können schnell mal den falschen Punkt anvisieren oder sind schlichtweg zu ungenau.
Nach Möglichkeit ist daher ein Maßband das am besten geeignete Mittel, wenn dieses flach und gerade auf den Boden ausgelegt wird.

Bei der Wahl des Zieles sollte man realistisch bleiben.
Ziele in der Größe von A4 oder A5 klingen vielleicht toll, machen es aber kaum möglich auszuwerten, bis zu welcher Distanz man ein manngroßes Ziel treffen kann.
Aber auch zu große Ziele sind unsinnig - auf Scheunentore mit einer Dimension von 2 x 2 Meter zu schießen ist keine Kunst und wenig aussagekräftig.

Man muss vor Augen halten, dass man gegen Menschen spielt.
Größer sollte also ein Ziel auch nicht sein.

Es empfiehlt sich, Ziele in Größe eines Oberkörpers (einschl. Ausrüstung) zu wählen.
Ein Ziel mit den Maßen von etwa 50 x 50 cm sind hier ein guter Anhalt.
Nach Möglichkeit sollten diese aus Papier mit mehreren Sektoren zur besseren Auswertung sein.
Ergänzend kann man auch eine gleichgroße Metallscheibe mutzen, welche man hinter dem Papierziel positioniert, um zusätzlich ein akustisches Feedback zu erhalten.

Bei der Einteilung der Sektoren sollte man mindestens zwei Bereiche berücksichtigen: einen inneren Kreis mit etwa 25 x 25 cm und den äußeren Kreis.
Der innere gibt einen Anhalt dafür, wie gut man gedeckte kleine Ziele trifft.
Dieser Kreis beschreibt die effektive Reichweite, bei der quasi jeder Schuss trifft.
Der äußere Kreis sollte beschreiben, wie die maximal sinnvolle Kampfentfernung ist und man noch Mannziele zuverlässig treffen kann.

Im Übrigen sollte man vermeiden, von einer "maximalen Reichweite" zu sprechen - jeder versteht darunter etwas anderes.
Und so ist oft unklar, ob dies die Entfernung ist, wo man Ziele "noch gerade so" treffen kann, oder ob das die schlichtweg maximale Reichweite der Waffe ist, unabhängig von der Treffergenauigkeit.

Und noch etwas ist wichtig: man muss darauf achten, dass die Zielmitte auf der gleichen Höhe ist, wie die Mündung der Waffe.
Befindet sich das Ziel höher oder niedriger, verhält es sich genauso, wie wenn man mit einer angewinkelten Waffe schießt und verfälscht somit unter Umständen die ermittelten Erkenntnisse.

Die passende Optik

Es empfiehlt sich, unabhängig von der später zu verwendeten Visierung, eine Optik mit klarem Strichbild und Fadenkreuz - also ein Zielfernrohr.
Eine mindestens 3-fache Vergrößerung reicht vollkommen für Airsoftwaffen aus.
Ein Absehen mit einer unterteilten Strichplatte (z.B.: MilDot, MOA, etc.) macht unter Umständen ein Nachjustieren deutlich komfortabler, ist aber keine Pflicht.
Es muss also kein Vergrößerungsmonster mit 9-facher Vergrößerung oder mehr sein.
Wenn möglich sollte die Optik direkt über drehbare Türme eingestellt werden können.

Der Grund, warum ein Zielfernrohr besser ist, ist simpel:
Zielfehler durch Kimme und Korn oder auch einem Rotpunkt-Visier werden gemindert und es kann präziser auf weiter Distanz gezielt werden.
Erst somit kann man sicher gehen, dass die Tests auch wirklich aussagkräftig sind.

Das Einschießen

Bevor man die endgültig Werte für ein HopUp-Test ermittelt, sollte die Waffe und die Visierung eingeschossen werden - am besten zusammen mit einer zweiten Person.

Die zweite Person kann unterstützend bei der Einstellung der Visiereinrichtung sowie der Dokumentation der Treffergebnisse mitwirken.

Der ganze Vorgang gliedert sich in 3 Schritten.
Die Distanzbeispiele sind u.a. stark abhängig von der Mündungsenergie der Waffe.
Das Beispiel bezieht sich hier auf eine Waffe mit 1 Joule.

Im ersten Schritt stellt man das HopUp ein.

Schritt 1: HopUp

Zunächst schießt man mehrfach auf eine weite Distanz - ein konkretes Ziel ist vorerst nicht notwendig.
Die HopUp-Einstellung sollte zu Beginn auf der Null-Stellung (also kein Hop) stehen.
Anschließend gibt man nacheinander einzelne Schüsse ab und beobachtet die Flugbahn der BB genau.
Dabei dreht man das HopUp nach jedem Schuss so ein, dass die Flugbahn von einer fallenden Kurve hin zu einem geradlinigen Schuss folgt.

In dem Moment, bei dem die BB zum Ende hin einen flachen Bogen nach oben macht, hat das HopUp seine optimalen Einstellung erreicht.
Wichtig: man sollte nicht das Ziel verfolgen, die Reichweite zu Lasten der Präzision zu erhöhen, indem man das HopUp weiter eindreht und einen sogenannten Over-Hop verursacht.
Dabei verlässt die BB auf weite Teile der Flugbahn den Zielbereich und trifft nur in einem ganz schmalen Bereich zum Ende hin ein Ziel.
Vielmehr sollte man dann prüfen, inwieweit es sinnvoll erscheint, schwerere BBs nutzen zu können.

Im zweiten Schritt wird hierzu die horizontale Visierlinie ausgerichtet.

Schritt 2. Visier horizontal

Dazu schießt man 5 Mal auf ein großes Ziel in naher Distanz, z.B. auf 15 Meter.
Es ist wichtig, dass bei jedem Schuss immer auf denselben Punkt gezielt wird, auch wenn die Schüsse danebenliegen!

Danach betrachtet man den Streukreis und ermittelt den mittleren Treffpunkt.
Dazu werden die zwei größten Ausreißer ignoriert und der Mittelpunkt der anderen drei Treffer ermittelt.

Darauffolgend stellt man das Visier so ein, dass die vertikale Visierlinie auf den ermittelten mittleren Treffpunkt im Ziel zeigt.
Dabei bleibt die Waffe genauso ausgerichtet wie zuvor beim Schuss - ausschließlich das Visier wird eingestellt!

Im dritten und letzten Schritt stellt man die vertikale Visierlinie ein.

Schritt 3. Visier vertikal

Dazu schießt man 5 Schuss auf ein großes Ziel in mittlerer Distanz, z.B. auf etwa 30 Meter.
Auch hier gilt: jeder Schuss ist genau durch das Zielfernrohr zu beobachten und man zielt immer und bei jedem Schuss auf die Zielmitte!
Analog zu dem im zweiten Schritt beschriebenen Methode wird nun der mittlere Treffpunkt ermittelt.
Anschließend dreht man das Visier so ein, dass der mittlere Treffpunkt mittig auf der vertikalen Visierlinie liegt.
Wurden alle 3 Schritte richtig durchgeführt, kann man einige Kontrollschüsse durchführen, wobei mindestens 3 an der Zahl ratsam sind.

Schritt 4. Kontrolle

Befinden sich alle 3 Treffer nah der Zielmitte, wurde das HopUp zusammen mit dem Visier korrekt eingestellt.

Spätestens jetzt kann man feststellen, ob das HopUp richtig verbaut wurde.
Macht die Flugkurve einen leicht schrägen Bogen, dann wurde entweder das HopUp falsch verbaut oder der Lauf, das Bucking mit Nub oder Patch schräg eingebaut.
In diesem Fall sollte man prüfen, ob das Bucking mit Nub oder Patch beschädigt ist, oder ob die komplette Unit neu einbaut oder austauscht werden sollte.

Wenn hingegen alles passt, dann kann man zur Prüfung der Zuverlässigkeit mehrere Messdurchgänge machen.
Sinn sollte sein, die Ergebnisse auswertbar zu machen, sofern man sich irgendwann dazu entschließen sollte, das HopUp-System wegen vermeintlich besseren Eigenschaften einer anderen zu wechseln.

Die Messdurchgänge sollten dabei für jeden Durchgang einheitlich sein und die erfolgten Ergebnisse genau dokumentiert werden.
Dabei dürfen keine Veränderungen im Versuchsaufbau erfolgen.
Das bedeutet, dass weder die Visiereinrichtung, noch am Gesamtsystem etwas getauscht oder gewechselt werden darf.

Ein Messdurchgang kann zum Beispiel sein, 10 Schüsse auf verschiedene Ziele in verschiedenen Distanzen abzugeben.
Alle Ergebnisse müssen protokolliert werden, auch wenn eine andere BB-Sorte (z.B. aufgrund dessen Gewichtes) gewählt wurde.
Erst dann sind auch alle verschiedenen HopUp-Varianten untereinander ansatzweise vergleichbar.
In weiteren Testverfahren kann man auch prüfen, wo sich die verschiedenen Haltepunkte der Visiereinrichtung für jeweilige Distanzen befinden.
Hier darf folglich auch - abweichend zur vorher erfolgten grundlegenden Einstellung - die Waffe auch angewinkelt gehalten werden.
Dabei sollte auch weiterhin auf etwa oberkörpergroße Ziele geschossen werden.
Wichtig bleibt dennoch dabei, dass die Visiereinrichtung nicht mehr verstellt werden darf!
Die Ergebnisse können in einer Zielkarte dokumentiert werden, z.B. einer Sniper Data Card.
Hierzu zählen insbesondere die Distanz zum Ziel, den Haltepunkt der Visiereinrichtung sowie die Trefferwahrscheinlichkeit.


Der einfache Weg - schnell und unkompliziert

Hat man keine Zeit oder möchte nur kurz prüfen, ob die Waffe richtig eingestellt ist, verfolgt man wie im oben beschriebenen "langen Weg" dieselben Ziele und im Wesentlichen dieselben Schritte.
Im Gegensatz dazu darf dabei aber auch eine einfache Optik zum Einsatz kommen, also Kimme und Korn oder ein Rotpunkt-Visier.

Zunächst stellt man das Hopup ein.
Auch hier wird das HopUp von der Null-Stellung solange eingedreht, bis die Flugbahn von einer fallenden Kurve hin zu einer geraden Kurve mit einem flachen Bogen zum Ende hin verläuft.
Es spielt in diesem Schritt keine Rolle, ob das Ziel auf 30 oder 100 Meter steht.
Es geht hier rein um die Einstellung einer möglichst geraden Flugbahn.

Wichtigste Regel dabei auch wieder: immer geradeaus und auf Zielmitte schießen!
Ballistische Schüsse zur Erhöhung der Reichweite, um augenscheinlich "bessere Ergebnisse" zu haben, vernachlässigen die eigentliche Präzision und damit die effektive Kampfentfernung.
Und was bringt es, wenn die Waffe eine mögliche Reichweite von 80 Meter hat, man aber von 10 Schuss nur einmal eine offen stehende Person trifft - und das bei einer Flugdauer von durchaus bis zu 3 Sekunden?

In den nächsten Schritten stellt man das Visier ein.
Wichtig: das HopUp wird jetzt nicht mehr geändert!

Dazu schießt man in kurzen Salven auf ein Ziel in der höchsten zu erwartenden Kampfreichweite des Spielfeldes, z.B. 50 Meter.
Nach jeder Salve kann die Visiereinrichtung neu eingestellt werden, bis man er Meinung ist, dass die Schüsse mittig der horizontalen Visierlinie sind.
Analog dazu führt man das selbe Prozedere mit der vertikalen Visierlinie durch.

Sollte alles passen, wurde die Waffe schnell eingeschossen - ideal also, um sich kurz vor einem Spiel schnell vorzubereiten und nicht unnötig Zeit in die "optimale Einstellung" zu vergeuden.


Allgemeine Hinweise und Tipps nach oben

Der gute und der schlechte Schütze

Manchmal scheint es so, dass das HopUp immer falsch eingestellt ist.
Dabei gibt es klar einige Ursachen, die der Spieler im Vorfeld vermeiden sollte und auch beim Schuss gibt es einiges zu beachten.

Der Schütze sollte zunächst auf seine Umgebung achten.
Besonders auf weiten Distanzen ändert sich immer wieder das Umfeld.
Schießt man zum Beispiel durch lange Gänge mit vielen offenen Fenstern, Türen und Verwinkelungen, gibt es immer wieder mal einen Durchzug und Seitenwinde.
Diese reichen aus, damit eine BB eine flatternde Flugbahn zurücklegt.
Auch das Vorbeischießen an langen Hauswänden und -kanten sorgt dafür, dass die BB durch Luftverwirbelungen nicht immer geradeaus fliegt.
Wenn also möglich, sollte der Spieler entweder sein Position so verlagern, dass er ein besseres Schussfeld hat, oder zur Sicherheit mehrere kurz hintereinander folgende Schüsse abgeben, um die Trefferwahrscheinlichkeit durch die Abdeckung vom Streuradius zu erhöhen.

Passt die Umgebung, gibt es eine nächste Schwachstelle beim Schützen, denn oftmals werden Schießfehler begangen.
Am häufigsten tritt das Verkanten und Verreißen auf.

Schießfehler
verschiedene Schießfehler

Beim Verkanten wird die Waffe nicht gerade - also horizontal zur Erdoberfläche - gehalten.
Dadurch erhält das sonst vielleicht perfekte HopUp einen leicht schrägen Drall.
Die Folge: die BB wandert in einem abdriftenden Bogen an dem Ziel vorbei.
Besonders in hektischen Situationen, in denen die Waffe freihändig und ohne festen Stand gehalten wird, passiert dies schnell.
Insofern muss man versuchen, in Stresssituationen ruhig zu bleiben und auf ein ordentliches Schießgestell zu achten.

Beim Verreißen wird der Abzug der Waffe so kräftig oder schnell durchgezogen, dass man eine unnatürliche Handhaltung einnimmt und etwas verkrampft schießt.
Dies geschieht unmittelbar kurz vor der Schussabgabe.
Auch hier muss der Spieler darauf achten, sauber abzukrümmen, anderenfalls erreicht kein einziger Schuss das Ziel.

Und wohl die wichtigste Regel: kenne deine Waffe!
Oft nimmt man an, dass man einen Gegenspieler genau treffen muss, da er "ja so offen steht".
Leider schießen viele Spieler viel zu früh und schätzen Distanzen falsch ein.

Ja, eine Airsoftwaffe kann durchaus weit über 50 Meter schießen, aber der effektive Wirkbereich liegt meist darunter.
Bis eine BB ein Ziel auf 60 bis 80 Meter trifft, können durchaus einige Sekunden vergehen - bis dahin hat sich aber der gegnerische Spieler aber wohl schon verschoben und der Schuss geht ins Leere.

Auch ist es schlecht, immer am Limit zu schießen.
Eine BB verliert zum Ende der Flugbahn hin an Stabilität.
Spätestens dann, wenn der HopUp-Effekt nachlässt und die BB zu Boden neigt, ist ein präzises Treffen kaum noch möglich.
Kleinste Abweichungen und Störungen können dazu führen, dass auf den letzten Metern die BB bis zu 5 Meter früher oder später zu Boden fällt oder um durchaus 1 bis 2 Meter an dem Ziel vorbeischießt.

Ein Ziel zu bekämpfen, bei dem die Trefferwahrscheinlichkeit unter 50 % liegt, ist oft unsinnig, leert unnötig schnell das Magazin, Zeit und Geduld.
Selbst bei bis zu 80 % Trefferwahrscheinlichkeit sollte man nach Möglichkeit versuchen, näher an das Ziel heranzukommen.

Die beste Waffe mit dem besten HopUp nützt einem nicht, wenn man damit nicht umgehen kann.


Die richtige Waffe

Manchmal kann man noch so viel Geld und noch so viel Zeit in die Aufwertung der Internals und dem HopUp stecken.
Wenn aber der Body der Waffe bereits minderwertig oder instabil ist, bringt einem das beste Tuning nichts.

Viele günstige Waffen bestehen aus billigen und dünnen Kunststoff.
Aber auch teure Modelle sind kein Garant für eine gute Waffe.
Auch die Aussage "Vollmetall-Body" ist nur ein geringes Indiz dafür, ob das Gehäuse etwas taugt.

Grundsätzlich muss man festhalten: je stabiler, steifer und vor allem verdrehsicher ein Body ist, umso besser!
Man sollte also versuchen, bei der Wahl einer Airsoftwaffe auf solche zurückzugreifen, bei denen der Body quasi "aus einem Stück" bestehen.

Konstruktionsbedingt ist bei einigen Airsoftwaffen das Frontset mit dem restlichen Gehäuse nur aufgesteckt und verschraubt.
Der Handschutz samt Lauf darf sich aber bei leichter Auflage nicht nach oben biegen oder sogar verdrehen lassen.

Auch die Form des Antriebs sollte ebenfalls wohlüberlegt sein.
AEG und S-AEG sind durchaus gängig und allwettertauglich.
Aber ein Tuning und die Verbesserung der Dichtigkeit sind oft sehr zeit- und kostenintensiv und das Anpassen oder Korrigieren der Mündungsenergie aufwändiger.
Auch der Prellschlag durch den aufschlagenden Piston und den damit verbundenen Vibrationen im Lauf können leichte Schwankungen in der Präzision verursachen.

GBB-, NBB- und CO2-Waffen bieten mit den höchsten Spaß, aber auch hier kann der höhere Rückstoß ähnlich wie beim Prellschlag in einer elektrisch-betrieben Airsoftwaffe kleinere Schwankungen im Schussbild verursachen - im dümmsten Fall wird sogar die Optik verstellt.
Zusätzlich macht das verwendete Gas oft unvermeidbare Probleme.
Die kalten Temperaturen lassen nicht nur Dichtungen, sondern auch das HopUp "gefrieren".
Damit sind die Reibungseigenschaften vom Bucking mit Nub bzw. Patch verändert und das Schussbild ändert sich mit jeder Auslösung.
Auch enthalten manche Gase Silikonzusätze, um Dichtungen geschmeidig und haltbarer zu machen.
Leider können aber Rückstände davon im Lauf und HopUp erhebliche Präzisionseinbußen bedeuten.

Einige HPA-Systeme sind dagegen oft sehr zuverlässig und leichter zu warten - dafür ist aber die Bewegungsfreiheit des Spielers durch die Bindung an einer Druckluftflasche eingeschränkt und das Befüllen dieser manchmal ein Hindernis.

Man könnte in diesen Punkten festhalten, dass HPA-Waffen sich eher für eine bessere Einstellung und höhere Präzision eignen, während elektrische Airsoftwaffen ein größeres Plus im Handling und der Spielfähigkeit erzielen.
Lediglich gasbetriebene Airsoftwaffen sollte man meiden, wenn man sein System auf höchstmögliche Präzision auslegen möchte.
Bei nahen Kampfdistanzen oder Streuwaffen hingegen kann man dies vernachlässigen.


Die richtige Optik

Neben der Waffe ist auch wichtig, eine gute Optik zu verwenden.

Kimme und Korn sind meistens sehr robust, aber schwer einzustellen und für viele auch schwer damit zu zielen.
Zielfehler treten hier sehr häufig auf.

Billige Rotpunkt-Visiere und Zielfernrohre haben eine recht weiche und instabile Fixierung des Zielpunktes bzw. Strichbildes.
Leichtes Anecken, Erschütterungen sowie Vibrationen können dazu führen, dass sich die Optik verstellt und man nicht mehr dahin zielt, wohin man die Waffe zuvor eingestellt hat.

Auch die Aufnahme der Optik kann entscheidend sein.
Entweder ist bereits die Picantinny-Schiene auf der Waffe locker, wackelig oder schief, oder die Arretierung der Optik minderwertig.
Besonders sogenannte QD-Aufnahmen ("Quick Detach" = schnelles Trennen) haben oft viel Spiel oder sind nicht fest eingestellt.

Daher sollte man beachten, dass man insbesondere dann die Waffe neu einschießt, wenn die Optik oder deren Aufnahme schlecht konstruiert sind oder man sein Visier wechselt.


Die richtigen BBs

Die Wahl der richtigen BBs wird oft unterschätzt, obwohl die BBs unter anderem den höchsten Einfluss auf ein konstantes Schussbild haben.

Minderwertige BBs haben oft eine schlechte Zusammensetzung und Lufteinschlüsse.
Dadurch gibt es unter Umständen eine Unwucht, welche die Rotationsrichtung bei jedem Schuss leicht ablenkt oder die BB auf ihrer Flugkurve "tänzeln" lässt.

Auch die Oberfläche ist entscheidend.
Bei einer rauen Oberfläche greift das HopUp besser, hat aber zugleich einen höheren Verschleiß und es kann im Magazin vermehrt zu Feeding-Problemen führen.
Daher sind oftmals glatte BBs empfehlenswerter.
Dabei ist besonders wichtig, dass die Oberfläche sauber und plan ist.
Fett- und Silikonrückstände verschlechtern erheblich die Reibungseigenschaften vom HopUp.
Auch Produktionsrückstände und -mängel wie Staub, Grate und Dellen verschlechtern erheblich die Zuverlässigkeit vom HopUp.
Und auch Verpackungs- und Lagerschäden, insbesondere durch zu weiche BBs in einer Vakuumverpackung oder aufquellende Bio-BBs machen einen präzisen Schuss später unmöglich.

Und dann gibt es noch den Punkt der Größe und Form der BBs.
Qualitativ hochwertige BBs haben einen gleichbleibend einheitlichen Durchmesser und sind eine nahezu vollkommen perfekt runde Kugel.
Ist die BB unrund oder hat einen unterschiedlichen Durchmesser, wirkt sich das später auf die Flugeigenschaften aus.
Auch muss man bedenken, dass wir zwar mit 6 mm BBs schießen wollen, manche BBs aber tatsächlich 5,95 mm oder sogar 6,01 mm groß sind.
Insbesondere bei der Verwendung von Tuningläufen kann dies zu unterschiedlichen Ergebnissen und Problemen führen.

Im Übrigen ist es empfehlenswert, BBs in Weiß oder Beige zu nutzen.
Dunkelfarbige BBs, insbesondere in Grün, Gold, dunkelgrau und Schwarz, sind im Flug kaum zu sehen und daher nahezu "unsichtbar".
Eine direkte Beobachtung und Auswertung der Flugkurve macht dies daher quasi unmöglich.

An diesem Punkt wollen wir keine Kaufberatung für bestimmte Produkte abgeben.
Man kann aber meist davon abraten, die billigsten BBs zu kaufen, außer es handelt sich bewusst um eine Streuwaffe, bei dem Präzision eher vernachlässigt werden kann.
Aber auch die teuersten BBs müssen nicht gleichzeitig die besten sein.
Oft hat sich gezeigt, dass BBs im mittleren bis mittelhohen Preissegment eine ausreichend hohe Qualität aufweisen.

Leider zeigt sich aber auch immer wieder, dass der Herstellungsprozess im Laufe der Zeit auch bei hochwertigen BBs angepasst oder verändert wird.
Selbst wenn eine Marke X vor 3 Jahren als absolut empfehlenswert galt, so kann sich dies dann zum heutigen Zeitpunkt wieder völlig verändert haben.
Letztendlich muss daher jeder seine eigene Erfahrung machen oder verlässliche Erfahrungsberichte einholen.

"Die perfekten BBs" gibt es nicht.


Der richtige Lauf

Der Lauf erfüllt im Wesentlichen nur einem Zweck: dem Geschoss eine gewisse Führung zu geben.
Dabei gibt es dennoch mehrere Dinge, die zu beachten sind.
Zum einen ist dies die Qualität und zum anderen das Material.

Viele preiswerte Modelle bestehen aus Messing, Aluminium oder anderen günstigen Metallen.
Diese haben aber oftmals den Nachteil, dass diese sehr stark oxidieren und eine Patina anlegen.
Die stellenweise veränderte Oberfläche im Laufinneren kann dann erhebliche Störungen im Strömungsverhalten der rotierenden BB aufweisen.
Auch sind diese "weichen" Metalle anfälliger gegen Dreck und ein Sandkorn im Lauf reicht dann aus, um tiefe Kratzer und Furchen zu verursachen.
Zudem lassen sich diese Läufe leichter verbiegen.

Höherwertige Modelle greifen stattdessen auf ein Edelstahl zurück.
Läufe mit diesem Material sind weniger anfällig gegen Dreck und Feuchtigkeit, lassen sich schwerer verbiegen und sind insgesamt langlebiger.
Dies macht sich dann aber auch deutlich im Preis bemerkbar.
Zudem sind viele teure Läufe besser verarbeitet und haben im Innendurchmesser auf die gesamte Länge betrachtet geringere Abweichungen - und dies entscheidend für die bestmögliche Präzision einer Waffe.
In diesem Punkt kann man daher sagen, dass teure Tuningläufe fast ausnahmslos besser sind.

Weiterhin ist wichtig, welchen Innendurchmesser und welche Länge der Lauf hat.
Dabei unterscheidet man zwischen Tightbore-Barrel (enger Lauf mit 6,00 - 6,04 mm Innendurchmesser), Standard-Barrel (Lauf mit 6,05 - 6,10 mm Innendurchmesser) und Widebore-Barrel (Lauf mit mehr als 6,10 mm Innendurchmesser).
In Bezug zur Länge kann man vereinfacht sagen, dass je länger der Lauf ist, umso weiter der Innendurchmesser sein sollte.
Je kürzer der Lauf, umso enger darf dieser auch sein.

Die Erklärung dafür ist recht theoretisch und die verschiedensten Lager konnten ihre jeweilige These nicht vollends beweisen.
Daher bleibt auch die nachfolgende Beschreibung nur ein Gedankengang:

Bei einem langen Lauf kann die BB öfters an das Laufinnere "anecken", insbesondere bei der Zunahme an möglichen Unebenheiten und anderen Störfaktoren.
Und eine erhöhte Anzahl von Störungen senkt folglich die Präzision.
Der Effekt kann aber minimiert werden, wenn der Innendurchmesser vom Lauf größer ist.
Bei einem weiten Lauf entsteht im Strömungskanal um die BB ein stärkeres Luftkissen.
Dadurch können Unebenheiten im Laufinneren besser "ausgebügelt" werden.
Ein Widebore-Barrel erhöht demnach die Toleranz zu Qualitätsmängeln des Laufes.

Damit einhergehend geht aber auch erheblich mehr Luftvolumen verloren, wodurch die BB weniger Antrieb widerfährt.
Und je weniger Energie hinter der BB steckt, umso langsamer fliegt die Kugel und umso weniger Potential zur Steigerung der Reichweite kann freigesetzt werden.
Möchte man also einen goldenen Mittelweg zwischen Präzision, Reichweite und Geschwindigkeit wählen, sind Läufe mit einem Standard-Innendurchmesser ratsam.

Neben den offensichtlichen Eigenschaften eines Laufes gibt es auch subtilere Eigenschaften.

Zum einen ist dies die Aufnahme und Fixierung der HopUp-Chamber.
Ein klassischer Lauf besitzt seitlich zwei breite Kerben, in der die Chamber durch ein C-Clip fixiert werden soll.
Leider ist diese Aufnahme nicht wirklich verdrehsicher, wodurch die Chamber nicht immer mittig ausgerichtet sein muss.
Insbesondere das Einsetzen des Laufes mit der HopUp-Unit in die Waffe kann unbeabsichtigt die zentrale Ausrichtung ändern.

Bisher hat sich leider kein besseres markterhältliches System zur Fixierung etabliert.
Die gängigsten Lösungen hierzu reichen von einem Teflon-Mod, bei dem die Chamber so straff aufgezogen wird, dass sich diese nicht mehr erheblich verdrehen kann, bis hin zur Verwendung speziellen Barrel-Lock C-Clip.
Absolut zuverlässig ist aber bisher keines dieser Lösungen.

Auch die Ausrichtung des Buckings kann Probleme verursachen, sofern man kein S-Hop oder R-Hop nutzt.
Ein klassischer Lauf hat nur eine Nut, in welcher der Führungssteg vom Bucking greift.
Die Gefahr liegt dabei, dass beim Aufstecken der Chamber das Bucking leicht verrutschen kann.
Dadurch ist dieses unter Umständen nicht mehr mittig ausgerichtet oder kann sich sogar verformen.
Folglich verändert sich die Ausrichtung vom Nub.

Eine letztes Detail findet sich in der Form vom HopUp-Fenster.
Die meisten Fenster sind nur etwa 7 bis 8 mm lang.
Erzielt man eventuell die Absicht, ein sogenanntes ER-HopUp (Extended R-Hop = erweitertes R-Hop) zu verbauen, sollte nach Möglichkeit auf einen Lauf mit einem langen Fenster zurückgegriffen werden.
Auch ist die Umrandung der Öffnung nicht immer vollständig viereckig und an einer Kante leicht abgeschrägt.
Dies kann beim späteren Einbau von einem R-Hop Probleme verursachen.

Abschließend möchten wir von einer Laufeigenschaft abraten.
Manche Läufe auf dem Markt verwenden "innovative" Schlitze und Kerben zur "verbesserten" Luftzirkulation - insbesondere zum Laufende hin.
Die Idee dahinter soll vermitteln, dass mit Hilfe dieser Methoden die umströmende Luft einer BB besser ausgerichtet wird.
Nüchtern festgestellt muss man hierzu sagen, dass dies im Gesamtsystem nur eine weitere Fehlerquelle bedeutet.
Wenn der Lauf schlecht verarbeitet oder die BB minderwertig ist, hat die BB schon von Anfang an einen ungleichmäßigen Drall.
Oder diese Schlitze wurden unsauber geschnitten, dann können diese Konzepte das Schussbild sogar deutlich verschlechtern als verbessern.
Zusammenfassend kann man auch bis hierhin sagen:
Es gibt nicht "den perfekten Lauf".
Die Entscheidung ist daher individuell und hängt auch davon ab, für welche HopUp-Variante man sich entscheidet.


HopUp ≠ HopUp - welche Variante wirklich taugt

Zuvor wurden die Stärken und Schwächen zwischen den einzelnen HopUp-Varianten beschrieben.
Welche Variante am Ende tatsächlich für einen geeignet ist, hängt stark von den eigenen Bedürfnis ab und wie sehr man seine Waffe an das Limit bringen möchte.

Grundsätzlich hat jede HopUp-Variante ein gemeinsames Ziel: die BB in eine senkrechte Rotation zur dessen Querachse zu versetzen.

HopUp-Fehler

Wenn man jede HopUp-Varianten perfekt einbaut, nehmen sich diese untereinander nicht viel und werden sehr ähnliche Ergebnisse liefern.
Einzig die Erhöhung von Fehlertoleranzen, die Möglichkeit zur Verwendung von schweren BBs und ein präzises Einstellen sind im Wesentlichen die Unterschiede.

Es hat sich gezeigt: wer weder Zeit, Geduld und handwerkliches Geschick hat, für denjenigen wird der Einbau von einem R-Hop wenig Begeisterung auslösen.
Wenn es eher schnell und einfach gehen soll, so greift man eher zum klassischen Standard-Hop.
Man muss aber davon ausgehen, dass dies teuer werden kann, bis man "sein perfektes Bucking" gefunden hat, da jedes Bucking andere Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile mit sich bringt.
Ordnet man sich eher zwischen diese beiden Typen ein und möchte auch etwas mehr erreichen als nur Standard, dann ist es wert einen Blick zum Flat- oder S-Hop zu werfen.

Egal wie und mit welchem Hop: ein sauberer Einbau lohnt sich!


Mythen und Irrtümer nach oben

Vorwort

Zu einigen Streitthemen in der Airsoftszene möchten wir unsere Erfahrung und Meinung darstellen.
Diese sind weder allgemeinverbindlich noch geschriebenes Gesetz.
Dennoch hoffen wir, dass wir bei manchen Punkten etwas mehr Klarheit schaffen oder zum Nachdenken anregen können.


Joule = Reichweite

Um es kurz zu fassen: ja, je höher die Mündungsenergie ist, umso höher kann die Reichweite sein.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Fakt ist auch, dass im Airsoft die Reichweite einer BB zeitgleich auch von deren Drall abhängig ist.
Nur mehr Dampf hinter der BB bedeutet also nicht gleich, dass diese weiter fliegt, als vergleichsweise eine BB mit niedriger Mündungsenergie und dafür höherem Drall.

Die Reichweite wird also auch maßgeblich vom HopUp bestimmt.
Potentiell wäre es daher möglich, bei einem guten HopUp und einer höheren Mündungsenergie zusammen mit schwereren BBs eine höhere Reichweite zu erlangen.

Dabei ist aber notwendig zu erwähnen, dass dabei die Reichweite nicht linear zur Mündungsenergie steigt.
Hat also im Beispiel eine Airsoftwaffe mit 1 Joule eine Reichweite von 50 Meter, so erreicht diese bei 2 Joule jedoch nicht gleich 100 Meter, sondern vielleicht nur 70 Meter.
Das Ergebnis verhält sich dabei also eher exponentiell.
Irgendwann gibt es demnach einen Punkt, bei dem eine Reichweite bei Erhöhung der Mündungsenergie nicht mehr wesentlich steigt.

Davon ab: Reichweite hat bei Airsoft eine eher überbewertete Rolle.
Auf hohen Distanzen benötigt die BB deutlich länger bis zum Ziel.
Selbst, wenn eine Airsoftwaffe 100 Meter präzise schaffen würde: sobald sich das Ziel innerhalb der 3 Sekunden Flugzeit bewegt, ist es vorbei mit der Reichweite.
Und wenn der Gegenspieler die ankommende BB auch noch sieht, kann dieser entspannt wie Neo im Film Matrix den Geschossen ausweichen.


Maximale und effektive Reichweite

Viele Spieler neigen dazu ihre Waffe schöner zu beschreiben, als sie in Wirklichkeit ist.
Dabei wird nicht nur die Physik vollkommen außer Acht gelassen, sondern auch eine rein subjektive Wahrnehmung als eine objektive Tatsache verstanden und dargestellt.

Dabei fängt es schon mit der "maximalen" und der "effektiven" Reichweite an.
Manchmal sprechen Spieler von der effektiven Reichweite, beschreiben aber eigentlich die maximale - und umgekehrt.

Unter der maximalen Reichweite wird zwar oft verstanden, wie weit man ein Ziel "noch" treffen kann.
Aber bereits hier wird meist schon allein vom Versuchsaufbau erheblich voneinander abgewichen.

Während der eine auf ein stehendes manngroßes Ziel schießt, schießt der andere auf eine Tür oder Palette - dies sind alles Ziele mit unterschiedlichen Maßen.
Dass hier die Aussagen zur "Trefferwahrscheinlichkeit" erheblich voneinander abweichen, sollte klar auf der Hand liegen.

Aber auch bei der Wahrscheinlichkeit wird geflunkert und schöngeredet, bis das Ergebnis passt.
Für den einen reicht es aus, wenn er gefühlt "öfters mal" trifft und der nächste beschreibt geschätzte 5 von 10 Schuss als "treffsicher".
Auch hier sollte kritisch hinterfragt werden, wie die Trefferergebnisse ermittelt und dokumentiert wurden.

Und ja, dann gibt es noch den verhöhnten Begriff von "Airsoftmetern".
Hierbei handelt es sich oft um falsch ermittelte Distanzen.
Entweder wurde mit dem Laser-Entfernungsmesser der falsche Punkt anvisiert, Google Maps als Maßstab herangezogen oder die Strecke wurde per Augenmaß falsch abgeschätzt.
Dass alle 3 Möglichkeiten teilweise erhebliche Differenzen von 5 bis 20 Metern aufweisen können, wird manchmal völlig ignoriert.

Und dann gibt es noch den Fall, dass überhaupt falsch geschossen wurde.
Entweder schießen Spieler von einer erhöhten Position auf ein Ziel, das nochmal durchaus bis zu 10 Meter und mehr "Reichweite" bedeuten kann.
Oder der Schütze schießt in einem etwas steileren Winkel, weil er einen anderen Haltepunkt wählt oder das Visier falsch eingestellt hat.
Dann gibt es natürlich natürlich noch die Zauberei, bei dem man mit einem "Over-Hop" nochmal zusätzliche Meter herauskitzelt.

Dabei können solche Fehler dazu führen, dass man in der Distanz von 20 bis 40 Metern sein Ziel verfehlt und erst auf den letzten 40 bis 50 Metern treffsicher ist.
Dass die Hauptkampfentfernung bei Airsoft aber meist nur bis 30 Meter geht, wird manchmal außer Acht gelassen.

Am besten ist es also Aussagen zur Treffsicherheit nicht blind zu vertrauen - erst Recht nicht, wenn alle möglichen Angaben fehlen.
In diesem Sinne sollte sich jeder sein eigenes Bild machen und sich selbst vor Augen führen, auf welchen Distanzen man selbst spielt oder spielen möchte.


Mit einem R-Hop hat man immer eine höhere Reichweite und Präzision

Grundsätzlich ist hierzu zu sagen: nein, diese Aussage stimmt so nicht.

Das Ziel von R-Hop ist eine länger andauernde Reibung zwischen der BB und dem Patch.
Durch die längere Reibung kann bereits bei einem niedrig eingedrehten HopUp eine höhere Rotation der BB erreicht werden, als vergleichsweise mit einem Standard-Hop.

Verwendet man aber im direkten Vergleich die gleichen BBs, wurden beide HopUp-Varianten perfekt eingebaut und stellt man gleichermaßen eine "perfekte gerade" Flugbahn ein, so liefern sowohl das Standard-Hop als auch das R-Hop die gleichen Ergebnisse.
Denn rein physikalisch wird bei einem R-Hop kein magischer Regenbogen hinter der BB erzeugt, der die Reichweite erhöht.
Die Reichweite ist im Wesentlichen abhängig vom Gewicht und der Geschwindigkeit der BB sowie deren Rotation.
Bei einer gleichen Umgebung und gleicher "optimalen" Einstellung erreichen also beide Systeme die gleiche Reichweite.

Der Vorteil von R-Hop - und damit auch die vermeintlich höhere Reichweite - liegt woanders.
Mit einem R-Hop ist es möglich, schwere BBs zu nutzen - und diese Möglichkeit wird erst durch das höhere Reibungspotential möglich.
Dabei können schwere BBs die Rotation länger aufrecht halten als leichte und sind weniger anfällig für äußere Einflüsse.
Ist das R-Hop zudem korrekt ausgerichtet, kann auch eine gleichbleibende Zentrierung der BBs ermöglicht werden.
Folglich nimmt die Streuung ab und die Präzision auf hohen Distanzen verbessert sich.
Und durch eine längere Rotation kann die BB auch länger in der Luft bleiben.

Erst wenn man also schwere BBs in Kombination mit einem R-Hop nutzt, erreicht man das volle Potential.
Ansonsten gewinnt man dem Aufwand vom Einbau entsprechend kaum Vorteile.


Ein langer und enger Lauf ist immer besser

Diese Annahme ist grundlegend falsch und fatal.

Zunächst muss man sich von dem Gedanken trennen, das sich Airsoftwaffen in ihrem Schussbild ähnlich wie "echte Feuerwaffen" verhalten.
Bei den realen Vorbildern ist das Geschoss bzw. das Projektil nicht mehr kugelrund, sondern nach vorne hin konisch zugespitzt.
Hinzu kommt, dass in einem Lauf dieser Waffen Züge und Felder existieren, welche das Geschoss in eine Rotation zu seiner Längsachse versetzt.
Damit "schraubt" sich das Geschoss durch die vor ihm liegenden Luftmassen.
Hier gilt vereinfacht gesagt: je länger der Lauf, desto stärker kann das Geschoss in Rotation gesetzt werden und umso weiter kann die Waffe schießen.

Eine Airsoftwaffe hingegen funktioniert in diesem Punkt völlig anders.
Die Rotation vom Geschoss erfolgt zu dessen Querachse.
Die BB erhält ihre Rotation nicht durch den Lauf, sondern durch das HopUp - und das ist ein wesentlicher und entscheidender Unterschied zum Lauf einer modernen Feuerwaffe.

Im Gegenteil zu echten Waffen können sogar unerwünschte Effekte mit der Lauflänge zunehmen und die Präzision senken.
Unteranderem kann in einem langen Airsoftlauf die rotierende BB öfters in diesem "anecken", wobei hier zu verstehen ist, dass dabei die umströmende Luft um die BB bei Unebenheiten abgelenkt werden kann.
Dadurch kann sich die Rotationsrichtung der BB leicht ändern und folglich sinkt die Genauigkeit.
Dieser Effekt kann verstärkt werden, wenn zum Beispiel ein minderwertiger Lauf viele Unebenheiten und "Wellen" besitzt.

Der negative Effekt kann vermindert werden, wenn ein Widebore-Barrel - also ein Lauf mit größerem Innendurchmesser - verwendet wird.
Dabei können kleinere Mängel, Dreck und Unebenheiten im Laufinneren marginal kompensiert werden.

Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten.
Ein längerer Lauf hat das Potential, ein höheres Luftvolumen aufzunehmen.
Dadurch kann man potentiell höhere Geschwindigkeiten erreichen.
Wenn jedoch nicht ausreichend Druckluft vorhanden ist, weil der Antrieb an sich nicht mehr leisten kann oder zu hohe Luftverluste durch die Verwendung von einem Widebore-Barrel bestehen, so gewinnt man in diesem Punkt nichts.
Das ist aber auch stark abhängig vom Gesamtsystem.

Ein sehr langer und enger Lauf ist also nicht immer besser, sofern die Zunahme von Störfaktoren nicht ausreichend ausgeglichen werden kann.
Vereinfacht kann man dabei also sagen: je länger der Lauf, umso höher sollte der Innendurchmesser sein - je kürzer der Lauf, umso enger darf dieser auch sein.