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Justieren einer Waffe - Vorwort

Dieser Guide soll eine umfangreichere Übersicht zu den Ablaufen beim Justieren einer Waffe bieten und dabei auf einige Besonderheiten und Hinweise eingehen.
Die Erklärungen dienen dem Allgemeinverständnis der Grundprinzipien von einem HopUp.

Für einen noch tieferen Einblick in Bezug zu Wirk- und Funktionsweisen verschiedener HopUp-Varianten empfehlen wir unseren HopUp-Guide.


Inhaltsverzeichnis


Wie man die Waffe justiert nach oben

Der lange Weg - aufwändig, aber präzise

Nachfolgend wird beschrieben, wie man allgemein eine Waffe justiert und auf dessen Zuverlässigkeit testen kann.
Möchte man wissen dabei, wie gut z.B. das HopUp funktioniert, darf man dabei aber eines nicht verwechseln:
Jede Einstellung ist höchst individuell und muss nicht für jedes Spiel repräsentativ sein!

Führt man als Beispiel den Schusstest bei Zimmertemperatur durch, darf man nicht erwarten, bei -5 °C auf dem Spielfeld die gleichen Ergebnisse zu erzielen.
Nimmt man sich dennoch besonders viel Zeit, weiß man, ob das HopUp grundsätzlich taugt und kann später ein nerviges Nachjustieren im Feld ersparen.

Nehmen wir nachfolgend an, dass das HopUp unbeschädigt ist, richtig verbaut wurde und das System insgesamt zuverlässig und dicht ist.
Wenn dies der Fall ist, müssen die "inneren Bedingungen", also im Wesentlichen die Innenballistik, kaum noch betrachtet werden.

Wichtig wird dann vor allem, äußere Bedingungen und Fehlerquellen auszumerzen.
Daher solltet ihr versuchen, die folgenden Punkte zu beachten:

Ehrlich zu sich selbst sein

Jeder prahlt gerne damit, wie gut und toll die eigene Waffe ist.
Die Gefahr dabei ist aber sich selbst die Welt schönzureden - das ist fatal.
Auch wenn später die ermittelten Ergebnisse nicht den Wunschvorstellungen entsprechen, sollte man diese sauber dokumentieren und sich nicht davor abschrecken lassen, die verschiedene Varianten und Systeme zu vergleichen.
Erst dann ist der Test überhaupt repräsentativ.

Die richtige Umgebung

Nach Möglichkeit sollte in einem geschlossenen Raum geschossen werden.
Es darf kein Durchzug bestehen - Windstille ist demnach Pflicht, wenn man vergleichbare Ergebnisse erhalten will.

Sollte der Schuss dennoch im Freien erfolgen, versucht eine möglichst freie Schussbahn zu erhalten.
Es sollte nicht an Hindernisse oder Hausecken vorbeigeschossen werden, da dort oft Luftverwirbelungen entstehen, welche ein Ergebnis verfälschen können.
Sorgt dafür, dass die Ergebnisse in einem kurzen Zeitraum und nicht über mehrere Tage ermittelt werden.
Luftdruck, Wind, Luftfeuchtigkeit - als das kann Trefferergebnisse verfälschen.

Die richtige Ausrichtung

Ausrichtung

Die Waffe muss stabil und gleichbleibend ausgerichtet werden.
Nach Möglichkeit bietet sich es an, die Waffe einzuspannen.
Eine kleine Wasserwaage (Libelle) ist unabhängig davon Gold wert.

Es ist zu vermeiden, die Waffe nur auf den Außenlauf, dem Handschutz oder dem Magazin aufzulegen.
Bei manchen Airsoftwaffen kann sich durch die Auflage das Frontset nach oben biegen, wodurch die Lauflinie später nicht mit mehr der Ziellinie übereinstimmen muss.
Auch sollte das HopUp frei zugänglich und einstellbar sein, da jeder Handgriff an der Waffe diese leicht verstellen kann.

Die Waffe sollte zudem auch geradlinig auf das Ziel gerichtet sein - also horizontal zur Erdoberfläche.
Winkelt man diese an, repräsentieren die Ergebnisse nicht die durchgehend tatsächliche Präzision.

Es ist sinnvoll, mit der Waffe nicht knapp über dem Boden zu schießen, um das Flugprofil besser auswerten zu können.
Eine Schusshöhe aus etwa 1 Meter ist dabei zielführender.

Das richtige Ziel

Das Wichtigste gleich zu Beginn: alle Ziele sollten genau ausgemessen werden!
Messungen in Schritten, Google Maps oder sogar per Augenmaß sind die denkbar schlechtesten Möglichkeiten, eine Distanz abzustecken.
Auch hochgelobte Laser-Entfernungsmesser können schnell mal den falschen Punkt anvisieren oder sind schlichtweg zu ungenau.
Nach Möglichkeit ist daher ein Maßband das am besten geeignete Mittel, wenn dieses flach und gerade auf den Boden ausgelegt wird.

Bei der Wahl des Zieles sollte man realistisch bleiben.
Ziele in der Größe von A4 oder A5 klingen vielleicht toll, machen es aber kaum möglich auszuwerten, bis zu welcher Distanz man ein manngroßes Ziel treffen kann.
Aber auch zu große Ziele sind unsinnig - auf Scheunentore mit einer Dimension von 2 x 2 Meter zu schießen ist keine Kunst und wenig aussagekräftig.

Man muss vor Augen halten, dass man gegen Menschen spielt.
Größer sollte also ein Ziel auch nicht sein.

Es empfiehlt sich, Ziele in Größe eines Oberkörpers (einschl. Ausrüstung) zu wählen.
Ein Ziel mit den Maßen von etwa 50 x 50 cm sind hier ein guter Anhalt.
Nach Möglichkeit sollten diese aus Papier mit mehreren Sektoren zur besseren Auswertung sein.
Ergänzend kann man auch eine gleichgroße Metallscheibe mutzen, welche man hinter dem Papierziel positioniert, um zusätzlich ein akustisches Feedback zu erhalten.

Bei der Einteilung der Sektoren sollte man mindestens zwei Bereiche berücksichtigen: einen inneren Kreis mit etwa 25 x 25 cm und den äußeren Kreis.
Der innere gibt einen Anhalt dafür, wie gut man gedeckte kleine Ziele trifft.
Dieser Kreis beschreibt die effektive Reichweite, bei der quasi jeder Schuss trifft.
Der äußere Kreis sollte beschreiben, wie die maximal sinnvolle Kampfentfernung ist und man noch Mannziele zuverlässig treffen kann.

Im Übrigen sollte man vermeiden, von einer "maximalen Reichweite" zu sprechen - jeder versteht darunter etwas anderes.
Und so ist oft unklar, ob dies die Entfernung ist, wo man Ziele "noch gerade so" treffen kann, oder ob das die schlichtweg maximale Reichweite der Waffe ist, unabhängig von der Treffergenauigkeit.

Und noch etwas ist wichtig: man muss darauf achten, dass die Zielmitte auf der gleichen Höhe ist, wie die Mündung der Waffe.
Befindet sich das Ziel höher oder niedriger, verhält es sich genauso, wie wenn man mit einer angewinkelten Waffe schießt und verfälscht somit unter Umständen die ermittelten Erkenntnisse.

Die passende Optik

Es empfiehlt sich, unabhängig von der später zu verwendeten Visierung, eine Optik mit klarem Strichbild und Fadenkreuz - also ein Zielfernrohr.
Eine mindestens 3-fache Vergrößerung reicht vollkommen für Airsoftwaffen aus.
Ein Absehen mit einer unterteilten Strichplatte (z.B.: MilDot, MOA, etc.) macht unter Umständen ein Nachjustieren deutlich komfortabler, ist aber keine Pflicht.
Es muss also kein Vergrößerungsmonster mit 9-facher Vergrößerung oder mehr sein.
Wenn möglich sollte die Optik direkt über drehbare Türme eingestellt werden können.

Der Grund, warum ein Zielfernrohr besser ist, ist simpel:
Zielfehler durch Kimme und Korn oder auch einem Rotpunkt-Visier werden gemindert und es kann präziser auf weiter Distanz gezielt werden.
Erst somit kann man sicher gehen, dass die Tests auch wirklich aussagkräftig sind.

Das Einschießen

Bevor man die endgültig Werte für ein HopUp-Test ermittelt, sollte die Waffe und die Visierung eingeschossen werden - am besten zusammen mit einer zweiten Person.

Die zweite Person kann unterstützend bei der Einstellung der Visiereinrichtung sowie der Dokumentation der Treffergebnisse mitwirken.

Der ganze Vorgang gliedert sich in 3 Schritten.
Die Distanzbeispiele sind u.a. stark abhängig von der Mündungsenergie der Waffe.
Das Beispiel bezieht sich hier auf eine Waffe mit 1 Joule.

Im ersten Schritt stellt man das HopUp ein.

Schritt 1: HopUp

Zunächst schießt man mehrfach auf eine weite Distanz - ein konkretes Ziel ist vorerst nicht notwendig.
Die HopUp-Einstellung sollte zu Beginn auf der Null-Stellung (also kein Hop) stehen.
Anschließend gibt man nacheinander einzelne Schüsse ab und beobachtet die Flugbahn der BB genau.
Dabei dreht man das HopUp nach jedem Schuss so ein, dass die Flugbahn von einer fallenden Kurve hin zu einem geradlinigen Schuss folgt.

In dem Moment, bei dem die BB zum Ende hin einen flachen Bogen nach oben macht, hat das HopUp seine optimalen Einstellung erreicht.
Wichtig: man sollte nicht das Ziel verfolgen, die Reichweite zu Lasten der Präzision zu erhöhen, indem man das HopUp weiter eindreht und einen sogenannten Over-Hop verursacht.
Dabei verlässt die BB auf weite Teile der Flugbahn den Zielbereich und trifft nur in einem ganz schmalen Bereich zum Ende hin ein Ziel.
Vielmehr sollte man dann prüfen, inwieweit es sinnvoll erscheint, schwerere BBs nutzen zu können.

Im zweiten Schritt wird hierzu die horizontale Visierlinie ausgerichtet.

Schritt 2. Visier horizontal

Dazu schießt man 5 Mal auf ein großes Ziel in naher Distanz, z.B. auf 15 Meter.
Es ist wichtig, dass bei jedem Schuss immer auf denselben Punkt gezielt wird, auch wenn die Schüsse danebenliegen!

Danach betrachtet man den Streukreis und ermittelt den mittleren Treffpunkt.
Dazu werden die zwei größten Ausreißer ignoriert und der Mittelpunkt der anderen drei Treffer ermittelt.

Darauffolgend stellt man das Visier so ein, dass die vertikale Visierlinie auf den ermittelten mittleren Treffpunkt im Ziel zeigt.
Dabei bleibt die Waffe genauso ausgerichtet wie zuvor beim Schuss - ausschließlich das Visier wird eingestellt!

Im dritten und letzten Schritt stellt man die vertikale Visierlinie ein.

Schritt 3. Visier vertikal

Dazu schießt man 5 Schuss auf ein großes Ziel in mittlerer Distanz, z.B. auf etwa 30 Meter.
Auch hier gilt: jeder Schuss ist genau durch das Zielfernrohr zu beobachten und man zielt immer und bei jedem Schuss auf die Zielmitte!
Analog zu dem im zweiten Schritt beschriebenen Methode wird nun der mittlere Treffpunkt ermittelt.
Anschließend dreht man das Visier so ein, dass der mittlere Treffpunkt mittig auf der vertikalen Visierlinie liegt.
Wurden alle 3 Schritte richtig durchgeführt, kann man einige Kontrollschüsse durchführen, wobei mindestens 3 an der Zahl ratsam sind.

Schritt 4. Kontrolle

Befinden sich alle 3 Treffer nah der Zielmitte, wurde das HopUp zusammen mit dem Visier korrekt eingestellt.

Spätestens jetzt kann man feststellen, ob das HopUp richtig verbaut wurde.
Macht die Flugkurve einen leicht schrägen Bogen, so kann dies mehrere Ursachen haben.
So wurde möglicherweise das HopUp falsch verbaut oder das Bucking mit Nub bzw. Patch wurde schräg eingebaut.
Auch kann der Lauf oder das HopUp verdreckt oder beschädigt sein.
In diesem Fall sollte man prüfen, ob eine Beschädigung vorliegt und ob die komplette Unit neu einbaut oder austauscht werden muss.

Wenn hingegen alles passt, dann kann man zur Prüfung der Zuverlässigkeit mehrere Messdurchgänge machen.
Sinn sollte sein, die Ergebnisse auswertbar zu machen, sofern man sich irgendwann dazu entschließen sollte, das HopUp-System wegen vermeintlich besseren Eigenschaften einer anderen zu wechseln.

Die Messdurchgänge sollten dabei für jeden Durchgang einheitlich sein und die erfolgten Ergebnisse genau dokumentiert werden.
Dabei dürfen keine Veränderungen im Versuchsaufbau erfolgen.
Das bedeutet, dass weder die Visiereinrichtung, noch am Gesamtsystem etwas getauscht oder gewechselt werden darf.

Ein Messdurchgang kann zum Beispiel sein, 10 Schüsse auf verschiedene Ziele in verschiedenen Distanzen abzugeben.
Alle Ergebnisse müssen protokolliert werden, auch wenn eine andere BB-Sorte (z.B. aufgrund dessen Gewichtes) gewählt wurde.
Erst dann sind auch alle verschiedenen HopUp-Varianten untereinander ansatzweise vergleichbar.
In weiteren Testverfahren kann man auch prüfen, wo sich die verschiedenen Haltepunkte der Visiereinrichtung für jeweilige Distanzen befinden.
Hier darf folglich auch - abweichend zur vorher erfolgten grundlegenden Einstellung - die Waffe auch angewinkelt gehalten werden.
Dabei sollte auch weiterhin auf etwa oberkörpergroße Ziele geschossen werden.
Wichtig bleibt dennoch dabei, dass die Visiereinrichtung nicht mehr verstellt werden darf!
Die Ergebnisse können in einer Zielkarte dokumentiert werden, z.B. einer Sniper Data Card.
Hierzu zählen insbesondere die Distanz zum Ziel, den Haltepunkt der Visiereinrichtung sowie die Trefferwahrscheinlichkeit.


Der einfache Weg - schnell und unkompliziert

Hat man keine Zeit oder möchte nur kurz prüfen, ob die Waffe richtig eingestellt ist, verfolgt man wie im oben beschriebenen "langen Weg" dieselben Ziele und im Wesentlichen dieselben Schritte.
Im Gegensatz dazu darf dabei aber auch eine einfache Optik zum Einsatz kommen, also Kimme und Korn oder ein Rotpunkt-Visier.

Zunächst stellt man das Hopup ein.
Auch hier wird das HopUp von der Null-Stellung solange eingedreht, bis die Flugbahn von einer fallenden Kurve hin zu einer geraden Kurve mit einem flachen Bogen zum Ende hin verläuft.
Es spielt in diesem Schritt keine Rolle, ob das Ziel auf 30 oder 100 Meter steht.
Es geht hier rein um die Einstellung einer möglichst geraden Flugbahn.

Wichtigste Regel dabei auch wieder: immer geradeaus und auf Zielmitte schießen!
Ballistische Schüsse zur Erhöhung der Reichweite, um augenscheinlich "bessere Ergebnisse" zu haben, vernachlässigen die eigentliche Präzision und damit die effektive Kampfentfernung.
Und was bringt es, wenn die Waffe eine mögliche Reichweite von 80 Meter hat, man aber von 10 Schuss nur einmal eine offen stehende Person trifft - und das bei einer Flugdauer von durchaus bis zu 3 Sekunden?

In den nächsten Schritten stellt man das Visier ein.
Wichtig: das HopUp wird jetzt nicht mehr geändert!

Dazu schießt man in kurzen Salven auf ein Ziel in der höchsten zu erwartenden Kampfreichweite des Spielfeldes, z.B. 50 Meter.
Nach jeder Salve kann die Visiereinrichtung neu eingestellt werden, bis man er Meinung ist, dass die Schüsse mittig der horizontalen Visierlinie sind.
Analog dazu führt man das selbe Prozedere mit der vertikalen Visierlinie durch.

Sollte alles passen, wurde die Waffe schnell eingeschossen - ideal also, um sich kurz vor einem Spiel schnell vorzubereiten und nicht unnötig Zeit in die "optimale Einstellung" zu vergeuden.


Allgemeine Hinweise und Tipps nach oben

Der gute und der schlechte Schütze

Manchmal scheint es so, dass das HopUp immer falsch eingestellt ist.
Dabei gibt es klar einige Ursachen, die der Spieler im Vorfeld vermeiden sollte und auch beim Schuss gibt es einiges zu beachten.

Der Schütze sollte zunächst auf seine Umgebung achten.
Besonders auf weiten Distanzen ändert sich immer wieder das Umfeld.
Schießt man zum Beispiel durch lange Gänge mit vielen offenen Fenstern, Türen und Verwinkelungen, gibt es immer wieder mal einen Durchzug und Seitenwinde.
Diese reichen aus, damit eine BB eine flatternde Flugbahn zurücklegt.
Auch das Vorbeischießen an langen Hauswänden und -kanten sorgt dafür, dass die BB durch Luftverwirbelungen nicht immer geradeaus fliegt.
Wenn also möglich, sollte der Spieler entweder sein Position so verlagern, dass er ein besseres Schussfeld hat, oder zur Sicherheit mehrere kurz hintereinander folgende Schüsse abgeben, um die Trefferwahrscheinlichkeit durch die Abdeckung vom Streuradius zu erhöhen.

Passt die Umgebung, gibt es eine nächste Schwachstelle beim Schützen, denn oftmals werden Schießfehler begangen.
Am häufigsten tritt das Verkanten und Verreißen auf.

Schießfehler
verschiedene Schießfehler

Beim Verkanten wird die Waffe nicht gerade - also horizontal zur Erdoberfläche - gehalten.
Dadurch erhält das sonst vielleicht perfekte HopUp einen leicht schrägen Drall.
Die Folge: die BB wandert in einem abdriftenden Bogen an dem Ziel vorbei.
Besonders in hektischen Situationen, in denen die Waffe freihändig und ohne festen Stand gehalten wird, passiert dies schnell.
Insofern muss man versuchen, in Stresssituationen ruhig zu bleiben und auf ein ordentliches Schießgestell zu achten.

Beim Verreißen wird der Abzug der Waffe so kräftig oder schnell durchgezogen, dass man eine unnatürliche Handhaltung einnimmt und etwas verkrampft schießt.
Dies geschieht unmittelbar kurz vor der Schussabgabe.
Auch hier muss der Spieler darauf achten, sauber abzukrümmen, anderenfalls erreicht kein einziger Schuss das Ziel.

Und wohl die wichtigste Regel: kenne deine Waffe!
Oft nimmt man an, dass man einen Gegenspieler genau treffen muss, da er "ja so offen steht".
Leider schießen viele Spieler viel zu früh und schätzen Distanzen falsch ein.

Ja, eine Airsoftwaffe kann durchaus weit über 50 Meter schießen, aber der effektive Wirkbereich liegt meist darunter.
Bis eine BB ein Ziel auf 60 bis 80 Meter trifft, können durchaus einige Sekunden vergehen - bis dahin hat sich aber der gegnerische Spieler aber wohl schon verschoben und der Schuss geht ins Leere.

Auch ist es schlecht, immer am Limit zu schießen.
Eine BB verliert zum Ende der Flugbahn hin an Stabilität.
Spätestens dann, wenn der HopUp-Effekt nachlässt und die BB zu Boden neigt, ist ein präzises Treffen kaum noch möglich.
Kleinste Abweichungen und Störungen können dazu führen, dass auf den letzten Metern die BB bis zu 5 Meter früher oder später zu Boden fällt oder um durchaus 1 bis 2 Meter an dem Ziel vorbeischießt.

Ein Ziel zu bekämpfen, bei dem die Trefferwahrscheinlichkeit unter 50 % liegt, ist oft unsinnig, leert unnötig schnell das Magazin, Zeit und Geduld.
Selbst bei bis zu 80 % Trefferwahrscheinlichkeit sollte man nach Möglichkeit versuchen, näher an das Ziel heranzukommen.

Die beste Waffe mit dem besten HopUp nützt einem nicht, wenn man damit nicht umgehen kann.


Die richtige Waffe

Manchmal kann man noch so viel Geld und noch so viel Zeit in die Aufwertung der Internals und dem HopUp stecken.
Wenn aber der Body der Waffe bereits minderwertig oder instabil ist, bringt einem das beste Tuning nichts.

Viele günstige Waffen bestehen aus billigen und dünnen Kunststoff.
Aber auch teure Modelle sind kein Garant für eine gute Waffe.
Auch die Aussage "Vollmetall-Body" ist nur ein geringes Indiz dafür, ob das Gehäuse etwas taugt.

Grundsätzlich muss man festhalten: je stabiler, steifer und vor allem verdrehsicher ein Body ist, umso besser!
Man sollte also versuchen, bei der Wahl einer Airsoftwaffe auf solche zurückzugreifen, bei denen der Body quasi "aus einem Stück" bestehen.

Konstruktionsbedingt ist bei einigen Airsoftwaffen das Frontset mit dem restlichen Gehäuse nur aufgesteckt und verschraubt.
Der Handschutz samt Lauf darf sich aber bei leichter Auflage nicht nach oben biegen oder sogar verdrehen lassen.

Auch die Form des Antriebs sollte ebenfalls wohlüberlegt sein.
AEG und S-AEG sind durchaus gängig und allwettertauglich.
Aber ein Tuning und die Verbesserung der Dichtigkeit sind oft sehr zeit- und kostenintensiv und das Anpassen oder Korrigieren der Mündungsenergie aufwändiger.
Auch der Prellschlag durch den aufschlagenden Piston und den damit verbundenen Vibrationen im Lauf können leichte Schwankungen in der Präzision verursachen.

GBB-, NBB- und CO2-Waffen bieten mit den höchsten Spaß, aber auch hier kann der höhere Rückstoß ähnlich wie beim Prellschlag in einer elektrisch-betrieben Airsoftwaffe kleinere Schwankungen im Schussbild verursachen - im dümmsten Fall wird sogar die Optik verstellt.
Zusätzlich macht das verwendete Gas oft unvermeidbare Probleme.
Die kalten Temperaturen lassen nicht nur Dichtungen, sondern auch das HopUp "gefrieren".
Damit sind die Reibungseigenschaften vom Bucking mit Nub bzw. Patch verändert und das Schussbild ändert sich mit jeder Auslösung.
Auch enthalten manche Gase Silikonzusätze, um Dichtungen geschmeidig und haltbarer zu machen.
Leider können aber Rückstände davon im Lauf und HopUp erhebliche Präzisionseinbußen bedeuten.

Einige HPA-Systeme sind dagegen oft sehr zuverlässig und leichter zu warten - dafür ist aber die Bewegungsfreiheit des Spielers durch die Bindung an einer Druckluftflasche eingeschränkt und das Befüllen dieser manchmal ein Hindernis.

Man könnte in diesen Punkten festhalten, dass HPA-Waffen sich eher für eine bessere Einstellung und höhere Präzision eignen, während elektrische Airsoftwaffen ein größeres Plus im Handling und der Spielfähigkeit erzielen.
Lediglich gasbetriebene Airsoftwaffen sollte man meiden, wenn man sein System auf höchstmögliche Präzision auslegen möchte.
Bei nahen Kampfdistanzen oder Streuwaffen hingegen kann man dies vernachlässigen.


Die richtige Optik

Neben der Waffe ist auch wichtig, eine gute Optik zu verwenden.

Kimme und Korn sind meistens sehr robust, aber schwer einzustellen und für viele auch schwer damit zu zielen.
Zielfehler treten hier sehr häufig auf.

Billige Rotpunkt-Visiere und Zielfernrohre haben eine recht weiche und instabile Fixierung des Zielpunktes bzw. Strichbildes.
Leichtes Anecken, Erschütterungen sowie Vibrationen können dazu führen, dass sich die Optik verstellt und man nicht mehr dahin zielt, wohin man die Waffe zuvor eingestellt hat.

Auch die Aufnahme der Optik kann entscheidend sein.
Entweder ist bereits die Picantinny-Schiene auf der Waffe locker, wackelig oder schief, oder die Arretierung der Optik minderwertig.
Besonders sogenannte QD-Aufnahmen ("Quick Detach" = schnelles Trennen) haben oft viel Spiel oder sind nicht fest eingestellt.

Daher sollte man beachten, dass man insbesondere dann die Waffe neu einschießt, wenn die Optik oder deren Aufnahme schlecht konstruiert sind oder man sein Visier wechselt.


Die richtigen BBs

Die Wahl der richtigen BBs wird oft unterschätzt, obwohl die BBs unter anderem den höchsten Einfluss auf ein konstantes Schussbild haben.

Minderwertige BBs haben oft eine schlechte Zusammensetzung und Lufteinschlüsse.
Dadurch gibt es unter Umständen eine Unwucht, welche die Rotationsrichtung bei jedem Schuss leicht ablenkt oder die BB auf ihrer Flugkurve "tänzeln" lässt.

Auch die Oberfläche ist entscheidend.
Bei einer rauen Oberfläche greift das HopUp besser, hat aber zugleich einen höheren Verschleiß und es kann im Magazin vermehrt zu Feeding-Problemen führen.
Daher sind oftmals glatte BBs empfehlenswerter.
Dabei ist besonders wichtig, dass die Oberfläche sauber und plan ist.
Fett- und Silikonrückstände verschlechtern erheblich die Reibungseigenschaften vom HopUp.
Auch Produktionsrückstände und -mängel wie Staub, Grate und Dellen verschlechtern erheblich die Zuverlässigkeit vom HopUp.
Und auch Verpackungs- und Lagerschäden, insbesondere durch zu weiche BBs in einer Vakuumverpackung oder aufquellende Bio-BBs machen einen präzisen Schuss später unmöglich.

Und dann gibt es noch den Punkt der Größe und Form der BBs.
Qualitativ hochwertige BBs haben einen gleichbleibend einheitlichen Durchmesser und sind eine nahezu vollkommen perfekt runde Kugel.
Ist die BB unrund oder hat einen unterschiedlichen Durchmesser, wirkt sich das später auf die Flugeigenschaften aus.
Auch muss man bedenken, dass wir zwar mit 6 mm BBs schießen wollen, manche BBs aber tatsächlich 5,95 mm oder sogar 6,01 mm groß sind.
Insbesondere bei der Verwendung von Tuningläufen kann dies zu unterschiedlichen Ergebnissen und Problemen führen.

Im Übrigen ist es empfehlenswert, BBs in Weiß oder Beige zu nutzen.
Dunkelfarbige BBs, insbesondere in Grün, Gold, dunkelgrau und Schwarz, sind im Flug kaum zu sehen und daher nahezu "unsichtbar".
Eine direkte Beobachtung und Auswertung der Flugkurve macht dies daher quasi unmöglich.

An diesem Punkt wollen wir keine Kaufberatung für bestimmte Produkte abgeben.
Man kann aber meist davon abraten, die billigsten BBs zu kaufen, außer es handelt sich bewusst um eine Streuwaffe, bei dem Präzision eher vernachlässigt werden kann.
Aber auch die teuersten BBs müssen nicht gleichzeitig die besten sein.
Oft hat sich gezeigt, dass BBs im mittleren bis mittelhohen Preissegment eine ausreichend hohe Qualität aufweisen.

Leider zeigt sich aber auch immer wieder, dass der Herstellungsprozess im Laufe der Zeit auch bei hochwertigen BBs angepasst oder verändert wird.
Selbst wenn eine Marke X vor 3 Jahren als absolut empfehlenswert galt, so kann sich dies dann zum heutigen Zeitpunkt wieder völlig verändert haben.
Letztendlich muss daher jeder seine eigene Erfahrung machen oder verlässliche Erfahrungsberichte einholen.

"Die perfekten BBs" gibt es nicht.


Der richtige Lauf

Der Lauf erfüllt im Wesentlichen nur einem Zweck: dem Geschoss eine gewisse Führung zu geben.
Dabei gibt es dennoch mehrere Dinge, die zu beachten sind.
Zum einen ist dies die Qualität und zum anderen das Material.

Viele preiswerte Modelle bestehen aus Messing, Aluminium oder anderen günstigen Metallen.
Diese haben aber oftmals den Nachteil, dass diese sehr schnell oxidieren und eine Patina anlegen.
Die stellenweise veränderte Oberfläche im Laufinneren kann dann erhebliche Störungen im Strömungsverhalten der rotierenden BB aufweisen.
Auch sind diese "weichen" Metalle anfälliger gegen Dreck und ein Sandkorn im Lauf reicht dann aus, um tiefe Kratzer und Furchen zu verursachen.
Zudem lassen sich diese Läufe leichter verbiegen.

Höherwertige Modelle greifen stattdessen auf ein Edelstahl zurück.
Läufe mit diesem Material sind weniger anfällig gegen Dreck und Feuchtigkeit, lassen sich schwerer verbiegen und sind insgesamt langlebiger.
Dies macht sich dann aber auch deutlich im Preis bemerkbar.
Zudem sind viele teure Läufe besser verarbeitet und haben im Innendurchmesser auf die gesamte Länge betrachtet geringere Abweichungen - und dies ist entscheidend für die bestmögliche Präzision einer Waffe.
In diesem Punkt kann man daher sagen, dass teure Tuningläufe fast ausnahmslos besser sind.

Weiterhin ist wichtig, welchen Innendurchmesser und welche Länge der Lauf hat.
Dabei unterscheidet man zwischen Tightbore-Barrel (enger Lauf mit 6,00 - 6,04 mm Innendurchmesser), Standard-Barrel (Lauf mit 6,05 - 6,10 mm Innendurchmesser) und Widebore-Barrel (Lauf mit mehr als 6,10 mm Innendurchmesser).
In Bezug zur Länge kann man vereinfacht sagen, dass je länger der Lauf ist, umso weiter der Innendurchmesser sein sollte.
Je kürzer der Lauf, umso enger darf dieser auch sein.

Die Erklärung dafür ist recht theoretisch und die verschiedensten Lager konnten ihre jeweilige These nicht vollends beweisen.
Daher bleibt auch die nachfolgende Beschreibung nur ein Gedankengang:

Bei einem langen Lauf kann die BB öfters an das Laufinnere "anecken", insbesondere bei der Zunahme an möglichen Unebenheiten und anderen Störfaktoren.
Und eine erhöhte Anzahl von Störungen senkt folglich die Präzision.
Der Effekt kann aber minimiert werden, wenn der Innendurchmesser vom Lauf größer ist.
Bei einem weiten Lauf entsteht im Strömungskanal um die BB ein stärkeres Luftkissen.
Dadurch können Unebenheiten im Laufinneren besser "ausgebügelt" werden.
Ein Widebore-Barrel erhöht demnach die Toleranz zu Qualitätsmängeln des Laufes.

Damit einhergehend geht aber auch erheblich mehr Luftvolumen verloren, wodurch die BB weniger Antrieb widerfährt.
Und je weniger Energie hinter der BB steckt, umso langsamer fliegt die Kugel und umso weniger Potential zur Steigerung der Reichweite kann freigesetzt werden.
Möchte man also einen goldenen Mittelweg zwischen Präzision, Reichweite und Geschwindigkeit wählen, sind Läufe mit einem Standard-Innendurchmesser ratsam.

Neben den offensichtlichen Eigenschaften eines Laufes gibt es auch subtilere Eigenschaften.

Zum einen ist dies die Aufnahme und Fixierung der HopUp-Chamber.
Ein klassischer Lauf besitzt seitlich zwei breite Kerben, in der die Chamber durch ein C-Clip fixiert werden soll.
Leider ist diese Aufnahme nicht wirklich verdrehsicher, wodurch die Chamber nicht immer mittig ausgerichtet sein muss.
Insbesondere das Einsetzen des Laufes mit der HopUp-Unit in die Waffe kann unbeabsichtigt die zentrale Ausrichtung ändern.

Bisher hat sich leider kein besseres markterhältliches System zur Fixierung etabliert.
Die gängigsten Lösungen hierzu reichen von einem Teflon-Mod, bei dem die Chamber so straff aufgezogen wird, dass sich diese nicht mehr erheblich verdrehen kann, bis hin zur Verwendung speziellen Barrel-Lock C-Clip.
Absolut zuverlässig ist aber bisher keines dieser Lösungen.

Auch die Ausrichtung des Buckings kann Probleme verursachen, sofern man kein S-Hop oder R-Hop nutzt.
Ein klassischer Lauf hat nur eine Nut, in welcher der Führungssteg vom Bucking greift.
Die Gefahr liegt dabei, dass beim Aufstecken der Chamber das Bucking leicht verrutschen kann.
Dadurch ist dieses unter Umständen nicht mehr mittig ausgerichtet oder kann sich sogar verformen.
Folglich verändert sich die Ausrichtung vom Nub.

Eine letztes Detail findet sich in der Form vom HopUp-Fenster.
Die meisten Fenster sind nur etwa 7 bis 8 mm lang.
Erzielt man eventuell die Absicht, ein sogenanntes ER-HopUp (Extended R-Hop = erweitertes R-Hop) zu verbauen, sollte nach Möglichkeit auf einen Lauf mit einem langen Fenster zurückgegriffen werden.
Auch ist die Umrandung der Öffnung nicht immer vollständig viereckig und an einer Kante leicht abgeschrägt.
Dies kann beim späteren Einbau von einem R-Hop Probleme verursachen.

Abschließend möchten wir von einer Laufeigenschaft abraten.
Manche Läufe auf dem Markt verwenden "innovative" Schlitze und Kerben zur "verbesserten" Luftzirkulation - insbesondere zum Laufende hin.
Die Idee dahinter soll vermitteln, dass mit Hilfe dieser Methoden die umströmende Luft einer BB besser ausgerichtet wird.
Nüchtern festgestellt muss man hierzu sagen, dass dies im Gesamtsystem nur eine weitere Fehlerquelle bedeutet.
Wenn der Lauf schlecht verarbeitet oder die BB minderwertig ist, hat die BB schon von Anfang an einen ungleichmäßigen Drall.
Oder diese Schlitze wurden unsauber geschnitten, dann können diese Konzepte das Schussbild sogar deutlich verschlechtern als verbessern.
Zusammenfassend kann man auch bis hierhin sagen:
Es gibt nicht "den perfekten Lauf".
Die Entscheidung ist daher individuell und hängt auch davon ab, für welche HopUp-Variante man sich entscheidet.


Mythen und Irrtümer nach oben

Vorwort

Zu einigen Streitthemen in der Airsoftszene möchten wir unsere Erfahrung und Meinung darstellen.
Diese sind weder allgemeinverbindlich noch geschriebenes Gesetz.
Dennoch hoffen wir, dass wir bei manchen Punkten etwas mehr Klarheit schaffen oder zum Nachdenken anregen können.


Joule = Reichweite

Um es kurz zu fassen: ja, je höher die Mündungsenergie ist, umso höher kann die Reichweite sein.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Fakt ist auch, dass im Airsoft die Reichweite einer BB zeitgleich auch von deren Drall abhängig ist.
Nur mehr Dampf hinter der BB bedeutet also nicht gleich, dass diese weiter fliegt, als vergleichsweise eine BB mit niedriger Mündungsenergie und dafür höherem Drall.

Die Reichweite wird also auch maßgeblich vom HopUp bestimmt.
Potentiell wäre es daher möglich, bei einem guten HopUp und einer höheren Mündungsenergie zusammen mit schwereren BBs eine höhere Reichweite zu erlangen.

Dabei ist aber notwendig zu erwähnen, dass dabei die Reichweite nicht linear zur Mündungsenergie steigt.
Hat also im Beispiel eine Airsoftwaffe mit 1 Joule eine Reichweite von 50 Meter, so erreicht diese bei 2 Joule jedoch nicht gleich 100 Meter, sondern vielleicht nur 70 Meter.
Das Ergebnis verhält sich dabei also eher exponentiell.
Irgendwann gibt es demnach einen Punkt, bei dem eine Reichweite bei Erhöhung der Mündungsenergie nicht mehr wesentlich steigt.

Davon ab: Reichweite hat bei Airsoft eine eher überbewertete Rolle.
Auf hohen Distanzen benötigt die BB deutlich länger bis zum Ziel.
Selbst, wenn eine Airsoftwaffe 100 Meter präzise schaffen würde: sobald sich das Ziel innerhalb der 3 Sekunden Flugzeit bewegt, ist es vorbei mit der Reichweite.
Und wenn der Gegenspieler die ankommende BB auch noch sieht, kann dieser entspannt dem Geschoss ausweichen.


Maximale und effektive Reichweite

Viele Spieler neigen dazu ihre Waffe schöner zu beschreiben, als sie in Wirklichkeit ist.
Dabei wird nicht nur die Physik vollkommen außer Acht gelassen, sondern auch eine rein subjektive Wahrnehmung als eine objektive Tatsache verstanden und dargestellt.

Dabei fängt es schon mit der "maximalen" und der "effektiven" Reichweite an.
Manchmal sprechen Spieler von der effektiven Reichweite, beschreiben aber eigentlich die maximale - und umgekehrt.

Unter der maximalen Reichweite wird zwar oft verstanden, wie weit man ein Ziel "noch" treffen kann.
Aber bereits hier wird meist schon allein vom Versuchsaufbau erheblich voneinander abgewichen.

Während der eine auf ein stehendes manngroßes Ziel schießt, schießt der andere auf eine Tür oder Palette - dies sind alles Ziele mit unterschiedlichen Maßen.
Dass hier die Aussagen zur "Trefferwahrscheinlichkeit" erheblich voneinander abweichen, sollte klar auf der Hand liegen.

Aber auch bei der Wahrscheinlichkeit wird geflunkert und schöngeredet, bis das Ergebnis passt.
Für den einen reicht es aus, wenn er gefühlt "öfters mal" trifft und der nächste beschreibt geschätzte 5 von 10 Schuss als "treffsicher".
Auch hier sollte kritisch hinterfragt werden, wie die Trefferergebnisse ermittelt und dokumentiert wurden.

Und ja, dann gibt es noch den verhöhnenden Begriff "Airsoftmeter".
Hierbei handelt es sich oft um falsch ermittelte Distanzen.
Entweder wurde mit dem Laser-Entfernungsmesser der falsche Punkt anvisiert, Google Maps als Maßstab herangezogen oder die Strecke wurde per Augenmaß falsch abgeschätzt.
Dass alle 3 Möglichkeiten teilweise erhebliche Differenzen von 5 bis 20 Metern aufweisen können, wird manchmal völlig ignoriert.

Und dann gibt es noch den Fall, dass überhaupt falsch geschossen wurde.
Entweder schießen Spieler von einer erhöhten Position auf ein niedriger gelegenes Ziel, das nochmal durchaus bis zu 10 Meter und mehr "Reichweite" bedeuten kann.
Oder der Schütze schießt in einem etwas steileren Winkel, weil er einen anderen Haltepunkt wählt oder das Visier falsch eingestellt hat.
Dann gibt es natürlich natürlich noch die Zauberei, bei dem man mit einem "Over-Hop" nochmal zusätzliche Meter herauskitzelt.

Dabei können solche Fehler dazu führen, dass man in der Distanz von 20 bis 40 Metern sein Ziel verfehlt und erst auf den letzten 40 bis 50 Metern treffsicher ist.
Dass die Hauptkampfentfernung bei Airsoft aber meist nur bis 30 Meter geht, wird manchmal außer Acht gelassen.

Am besten ist es also Aussagen zur Treffsicherheit nicht blind zu vertrauen - erst Recht nicht, wenn alle möglichen Angaben zum Versuchsaufbau fehlen.
In diesem Sinne sollte sich jeder sein eigenes Bild machen und sich selbst vor Augen führen, auf welchen Distanzen man selbst spielt oder spielen möchte.


Ein langer und enger Lauf ist immer besser

Diese Annahme ist grundlegend falsch und fatal.

Zunächst muss man sich von dem Gedanken trennen, das sich Airsoftwaffen in ihrem Schussbild ähnlich wie "echte Feuerwaffen" verhalten.
Bei den realen Vorbildern ist das Geschoss bzw. das Projektil nicht mehr kugelrund, sondern nach vorne hin konisch zugespitzt.
Hinzu kommt, dass in einem Lauf von Feuerwaffen meist Züge und Felder existieren, welche das Geschoss in eine Rotation zu seiner Längsachse versetzt.
Damit "schraubt" sich das Geschoss durch die vor ihm liegenden Luftmassen.
Hier gilt vereinfacht gesagt: je länger der Lauf, desto stärker kann das Geschoss in Rotation gesetzt werden und umso weiter kann die Waffe schießen.

Eine Airsoftwaffe hingegen funktioniert in diesem Punkt völlig anders.
Die Rotation vom Geschoss erfolgt zu dessen Querachse.
Die BB erhält ihre Rotation nicht durch den Lauf, sondern durch das HopUp - und das ist ein wesentlicher und entscheidender Unterschied zum Lauf einer modernen Feuerwaffe.

Im Gegenteil zu Feuerwaffen können sogar unerwünschte Effekte mit der Lauflänge zunehmen und die Präzision senken.
Unter anderem kann in einem langen Airsoftlauf die rotierende BB öfters in diesem "anecken", wobei hier zu verstehen ist, dass dabei die umströmende Luft um die BB bei Unebenheiten abgelenkt werden kann.
Dadurch kann sich die Rotationsrichtung der BB leicht ändern und folglich sinkt die Genauigkeit.
Dieser Effekt kann verstärkt werden, wenn zum Beispiel ein minderwertiger Lauf viele Unebenheiten und "Wellen" besitzt.

Der negative Effekt kann vermindert werden, wenn ein Widebore-Barrel - also ein Lauf mit größerem Innendurchmesser - verwendet wird.
Dabei können kleinere Mängel, Dreck und Unebenheiten im Laufinneren marginal kompensiert werden.
Tests haben übrigens gezeigt, dass nach einer "Bouncing-Phase" eine BB mit moderater Geschwindigkeit nach bereits etwa 10 cm im Innenlauf "ausgerichtet" ist.

Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten.
Ein längerer Lauf hat das Potential, ein höheres Luftvolumen aufzunehmen.
Dadurch kann man potentiell höhere Geschwindigkeiten erreichen.
Wenn jedoch nicht ausreichend Druckluft vorhanden ist, weil der Antrieb an sich nicht mehr leisten kann oder zu hohe Luftverluste durch die Verwendung von einem Widebore-Barrel bestehen, so gewinnt man in diesem Punkt nichts.
Das ist aber auch stark abhängig vom Gesamtsystem.

Ein sehr langer und enger Lauf ist also nicht immer besser, sofern die Zunahme von Störfaktoren nicht ausreichend ausgeglichen werden kann.
Vereinfacht kann man dabei also sagen: je länger der Lauf, umso höher sollte der Innendurchmesser sein - je kürzer der Lauf, umso enger darf dieser auch sein.