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Allgemein

Modell Cyclone
Hersteller Airsoft Innovations
Antriebsart Gas
Auslösung Impact (Aufschlag)
Energie (0.20 g BB) ca. 0.5 Joule
Füllmenge 140 BBs (Herstellerangabe)
115 BBs (getestet)
Gesamtlänge 13 cm
Durchmesser 6 cm
Gewicht ca. 300 g
Material überwiegend Kunststoff / einzelne Metallteile
Kosten ca. 50 €

A.I. Cyclone AHG


A.I. Cyclone: Einleitung

Airsoft Innovations ist der Hersteller der Cyclone - wie auch von der verbreiteten Tornado, welche im Jahr 2008 auf dem Markt erschien.
A.I. setzte zur damaligen Zeit neue Maßstäbe bezüglich Airsofthandgranaten.

Acht Jahre später wurde dann mit der Cyclone ein neues Modell entwickelt und sollte das "Urgestein" durch eine neue Technik ablösen.
Die Funktionsweise ist simpler, wodurch die Granate kompakter und effektiver sein soll.
Die Cyclone gibt es aktuell nur mit einem Aufschlagauslöser (Impact) - einen Zeitauslöser, wie bei der Tornado, gibt es nicht.

Im Juni 2017 wurde das hier vorgestellte Set "3x A.I. Cyclone Grenade System" beschafft und ausgiebig im Feld getestet.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist keine der drei Granaten mehr funktionsfähig (Stand: Dezember 2017).
Hierzu später mehr.


Inhalt

  • 3x Cyclone Impact Granate (mit Splint und Bügel)
  • 3x Body Skin (Klebefolie für das Gehäuse, jeweils in schwarz und orange)
  • 3x Öl-Fläschchen (klein)
  • 3x HANN Granaten Holster
  • 3x Lanyard Reels (Schlüsselanhänger für den Splint)
  • 3x verschiedene Moral Patches (Chairsofter, Painbringer und Gun Collector)
  • 1x Bedienungsanleitung (Englisch)

Verpackung

Das Cyclone Granade System war in einem schwarzen Karton mit bedrucktem dünnen Kartonüberzug sicher verstaut.
Nichts rutschte umher und alles hatte seinen festen Platz.
Auch in einer Vitrine würde der geöffnete Karton mit Inhalt sich optisch gut präsentieren.


Die Granaten

Die drei Cyclone Granaten selbst bestehen fast ausschließlich aus verschiedenen Kunststoffen.
Der Hauptkörper besteht aus einem sehr steifen Kunststoff.
Dieser ist mit einem blauen Sticker beklebt.
Der Boden und die Abdeckung sind aus einem harten, leicht flexiblen Kunststoff, welcher mit weichem Gummi überzogen ist.
Dieser soll alle hervorstehenden Teile schützen.
Der Splint besteht aus Metall, der Bügel aus einem dünnen Kunststoff.

So begeistert man von der effektiven und kompakten Bauweise auch sein kann, so ist es schwer vorstellbar, dass so wenig Plastik und eine dünne Gummihaut an den Kanten den Strapazen einer Granate standhalten soll.

die Verpackung der Inhalt vom Set alle 3 Cyclone Impact Granaten
das Cyclone Granade System

Zubehör

Die HANN Granatenholster bestehen aus stabilen Kunststoff und machen einen wertigen und robusten Eindruck.

Die Lanyard Reels sind übliche Standardware und gleichen günstigen Schlüsselanhängern.
Diese bestehen aus einer Federspule in einem Plastikgehäuse, aus welchem sich ein Faden 30 cm weit herausziehen lässt.
Für den vorgesehenen Zweck sind diese jedoch eher unbrauchbar.

In dem Karton waren zusätzlich auch Body Skins. Diese sind vergleichbar mit Stickern, welche um den Body der Granate passt - äußerst praktisch, sollte man eine andere Farbe bevorzugen.

Auch an das so wichtige Öl wurde gedacht.
Die mitgelieferte Menge sollte für etwa 100 Einsätze ausreichen.

Die Bedienungsanleitung war leider nur in Englisch sowie in einer asiatischen Sprache verfügbar.
Dafür haben aber die Bilder alles Nötige ausreichend gut erklärt.
Eine deutsche Anleitung gibt es z.B. als Download bei Begadi.

An der Unterseite vom Deckel des Kartons waren außerdem drei verschiedene 3D Rubber Patches angebracht, welche subjektiv betrachtet sehr geschmackvoll sind.

das Zubehör auf einem Blick Silokonöl zur Pflege das gesamte Zubehör im Überblick
Zubehör und Inhalt

Funktionsweise und Inbetriebnahme

Die Cyclone ist, wie erwähnt, eine Impact Granate.
Entsprechend wird die Granate durch Erschütterung bzw. einen Aufschlag ausgelöst.
Weiteres wird gut anschaulich in der Bedienungsanleitung von Begadi erklärt.

Details 1 Details 2 Details 3 Details 4
die Granate im Detail

Wartung

Die Granate ist pflegeleicht.
Hierfür einfach nach jeder Auslösung 1 bis 2 Tropfen von dem beiliegenden Öl in die Gas-Chamber träufeln.
Noch einfacher geht es, wenn man Gas verwendet, das bereits ein Öl- bzw. Silikonölzusatz enthält.


Zubehör und Modifikationen

Dichtungen verbessern

Bereits ab Werk sind leider nicht die besten Dichtungsringe verbaut.
So kann es sein, dass immer eine leichte Undichtigkeit an beiden Dichtringen besteht.
Es ist ratsam, bei den ersten Problemen neue Dichtringe nachzurüsten.
Auch das Ventil kann hierbei für ca. 12€ ausgetauscht werden.

Spoon Mod (bügellose Bedienung)

Diese Modifikation ist unserer Ansicht nach ein Must Have.
Hierfür wird einfach ein Loch unterhalb des vorhanden Loches für den Splint gebohrt, sodass dieser nun schräg im Gehäuse sitzt und so den Auslösezylinder ohne den Bügel sichern kann.
Es empfiehlt sich ein 1 mm Bohrer zu verwenden und diesen durch eines der beiden Splintlöcher zu stecken, um so den maximalen Winkel zu erreichen, damit später der Splint den Zylinder sichert.

Loch für Bügel bohren Detail 1 Loch für Bügel bohren Detail 2 Bügel einsetzen Detail 1 Bügel einsetzen Detail 2 Bügel einsetzen Detail 3
Spoon Mod

Silicon Body Mod (Schutzmantel für den Body)

Der Body wird hierfür mit handelsüblichen und bestenfalls schwarzen Silikon beschichtet, um diesen widerstandsfähiger gegen harte Aufschläge zu machen.

Als erstes entfernt man beide Kappen und wickelt diese in Klarsichtfolie ein.
Im nächsten Schritt befüllt man die Granate randvoll mit allen BBs.
Anschließend schraubt man die Kappen mit der Folie auf den Body.
Als nächstes formt man z.B. mit Kreppband eine kleine Kugel, die etwas größer als das Austrittsloch für die BBs ist, und drückt mit leichtem Druck die Kugel in das Loch ein, sodass diese noch leicht übersteht.

Von nun an wird es klebrig!
Daher sind Gummihandschuhe für die nächsten Schritte unerlässlich.
Dazu einfach das Silikon nicht zu sparsam auf den Body schmieren und trocknen lassen.
Die Dicke der Schicht richtet sich danach, wie steif das Silikon ist – je steifer das Material, umso dünner darf die Beschichtung auch sein.
Das Ganze muss vollständig trocknen und aushärten.
Für eine schönere Form kann man dann anschließend das Ganze etwas abschleifen.

Als letztes muss nun mit einem 8 mm Bohrer das Austrittsloch mit der Hand freigedreht werden und z.B. mit einem Cuttermesser eine Art Trichter gebildet werden, sodass man die Papierkugel aus dem Loch entfernen kann.

BB Spread Mod (verbesserter Kugelaustritt)

Bei allen vorliegenden Granaten hatten die jeweiligen Verschlusskappen einen zuverlässigen Kugelauswurf verhindert, da diese etwa 1 mm überstanden.
Bereits nach wenigen Würfen zeichnete sich eine deutliche Einbeulung an der Kappe ab, an welcher die BBs beim Austritt entlangschleifen.
Dieser Überstand hat dann zur Folge, dass die Kugeln beim Austritt abgebremst werden.

Um dieses Problem zu beseitigen, muss man wieder mit einem Cuttermesser wenige Millimeter an der Kappe vor dem Austrittsloch abtragen, um so einen besseren Kugelausstoß zu erwirken.

Überstand am Austrittsloch Überstand abtragen freigelegte Austrittsöffnung
BB Spread Mod

Leistung, Wirkbereich und Vergleich zur A.I. Tornado

Laut Hersteller kann man die Cyclone Granate im scharfen Zustand leicht schütteln oder werfen, ohne dass diese dabei auslösen soll.
Erst ab einer Fallhöhe von 3 cm soll sie zünden.
Nach je 10 Tests mit 2 Granaten kann man sagen, dass dieser Richtwert realistisch ist, aber auch ungleichmäßige Abweichungen aufweist.
Eine Granate als Beispiel hat bereits bei leichtem Schütteln gezündet sowie ab einer Fallhöhe von etwa 2 cm auf Beton.
Die zweite Granate hingegen ließ sich auch nicht durch stärkeres Schütteln auslösen und hat auch erst ab einer Fallhöhe von etwa 5 cm auf Beton gezündet.
Dennoch lösten beide nie beim Werfen frühzeitig in der Hand aus, dafür aber beim Aufschlag sofort (5 m Wurfdistanz auf weichen Rasen).

Der Hersteller gibt eine Beschleunigung der BBs von maximal 225 fps an.
Dieser Wert konnte aber nicht zuverlässig geprüft werden.
Dafür muss man zugutehalten, dass sich die Cyclone genauso verhält, wie es im Promotionvideo von A.I. dargestellt wird.
Die Granaten haben bei allen Tests nach dem Aufschlag auf dem Boden sofort gezündet.
Die darauffolgende Rotation hob die Granate leicht an und verteilt somit die BBs in alle Richtungen.
Zwischen den Aufschlagspunkt der Granate und den herausgeschleuderten BBs auf dem Boden konnte eine maximale Distanz von etwa 9 m nachgemessen werden, auf erdfeuchtem und etwa 10 cm hohem Gras erreichten die BBs eine Distanz von etwa 7,5 m.
Insbesondere im Vergleich zur A.I. Tornado macht sich der Unterschied deutlich erkennbar.
Im Gegensatz zur Cyclone hat die Tornado auf Gras und Waldböden eine merkbar schlechtere Performance.

So weit die BBs auch geschleudert werden, so unbefriedigend ist die Abdeckfläche.
Bei knapp 120 BBs bleiben nach Zündung meist bis zu 30 BBs in der Granate, sodass diese effektiv nur 90 BBs verteilt.
Diese Schwäche ist wahrscheinlich konstruktionsbedingt, da sich die BBs nur lose in einem Reservoir befinden.

Zum Vergleich: bei der Tornado werden die BBs durch ein spiralförmiges Führungsrohr nach außen befördert.
Auch werden die BBs zu Beginn nur in einer Richtung stark ausgestoßen.
Bei der Rotation werden folglich weniger BBs in den anderen Richtungen verteilt.
So kann es tatsächlich passieren, dass eine Person, die nur 1 m neben dem AUfschlagpunkt steht, am Ende nicht getroffen wird.
In kleineren Räumen kann sich das jedoch relativieren, wenn die BBs von Wänden, der Decke und dem Boden abprallen und somit im Radius von etwa 5 m einen Treffer fast garantieren.

Abgesehen davon kann man sagen, dass die Verteilung von 90 BBs in einem Streukreis von 5 m eher mager ausfällt und somit gegenüber der Tornado mit deren besseren Verteilung und Raumabdeckung deutlich unterlegen ist.
Im Gegenzug punktet die Cyclone bei der zuverlässigeren Auslösung auf weichem Untergrund.


Langzeittest

Aus der Traum!
…denn leider sind alle Probleme aufgetreten, welche immer wieder in Erfahrungsberichten anderer erwähnt werden – und auch einiges, das noch nicht häufig beschrieben wurde.

Leider hat Airsoft Innovations bei den Dichtungsringen am falschen Ende gespart.
Diese mussten bereits früh getauscht werden – anschließend gab es hinsichtlich dessen auch keine Dichtigkeitsprobleme mehr.
Dafür traten andere Probleme auf, wodurch mittlerweile alle drei Granaten funktionsunfähig sind.

Fragiler Kunststoff

Ein bisher eher selten auftretendes Problem zeigte sich bereits am ersten Einsatztag.
Die erste Granate wurde etwa 2 m weit aus einer Höhe von knapp 1.5 m in einen Raum leicht geworfen.
Dabei muss die Granate so ungünstig auf die Verschlusskappe vom Bodenstück gelandet sein, dass an dieser die Halterung für den Body sowie die Verschlusskappe selbst irreparable beschädigt wurde.
Zudem ist am ersten Spieltag ein Bügel in zwei Teile zerbrochen.
Daher wurde an der Granate ein Spoon Mod durchgeführt.
Auch war auffällig, dass die Austrittsöffnung durch einen leichten Überstand der Kappe den Kugelaustritt behindert.
Hierfür musste man mit der BB Spread Mod nachbessern.

Zwei Events später ist auch die zweite Granate bei einem etwa 4 m weiten Wurf auf eine Bordsteinkante gelandet und wurde dabei beschädigt.
Der Body war gerissen und somit undicht.
Die Granate hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 4 Würfe im Spielbetrieb und etwa 10 Würfe im Rahmen der Tests auf Rasen hinter sich.
Nach diesem Fehlschlag wurde die dritte und letzte Granate mit Silikon ummantelt.
Der gerissene Body der zweiten Granate wurde mit PP/PE-Kleber und einer zweiten Schicht Kunststoff repariert – und im nächsten Spiel durch einen Unbekannten entwendet wurden. (Penner!)

Überstand am Austrittsloch Überstand abtragen
beschädigter Kunststoff

Die dritte Granate hat aktuell mehr als 12 Würfe (plus 10 Würfe im Rahmen des Tests) hinter sich.
Leider wurde die Verteilung der BBs immer schlechter, sodass der Streukreis in etwa nur noch 1,5 m betrug.
Die genaue Ursache konnte bis heute nicht ausgemacht werden.
Ein Tauschen der Ventile und Dichtungen mit dem passenden Set für ca. 15 € konnte das Problem nicht lösen.

Lanyard Reels

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder man ist zu doof, die Lanyard Reels zu verwenden, oder die Dinger sind völlig nutzlos.
Man kann annehmen, dass die Schlaufe an den Ring vom Splint eingefädelt werden soll, damit die Granate direkt beim Ziehen scharfgemacht werden kann und der Splint sicher am Körper verbleibt und nicht verloren geht.
Soweit die Theorie.

In der Praxis hat sich der Splint jedoch ständig im Spiel selbsttätig gezogen und verschwand in den Weiten des Airsoftspielfeldes.
Zudem war im Test das kurze Band hinderlich, da es manchmal umständlich war, den Splint von der Granate zu ziehen.
Die Sinnhaftigkeit dieser Lanyard Reels ist nicht klar ersichtlich.

Pro und Kontra

Pro

  • gute Auslösung bei Aufschlag auf Rasen und weichem Untergrund
  • mit Modifikationen eine gute Ergänzung zur Tornado

Kontra

  • Verarbeitung insgesamt unausgereift
  • schlechte Auswahl verarbeiteter Materialien
  • unpraktische Funktion und schlechte Haltbarkeit des Bügels
  • ungünstige BB-Verteilung
  • Aufbau im Feld langwierig

Fazit

Das Ergebnis zur Cyclone ist unterm Strich sehr ernüchternd.
Das neue Ventilsystem bei der Cyclone ist zwar einfacher gehalten als bei der Tornado, aber genauso langwierig.
Das größte Manko ist hierbei die Haltbarkeit.
Selbst nach fast zwei Jahren der Markteinführung ist noch keine Weiterentwicklung oder Verbesserung des Systems in Sicht.

Zum Vergleich: Im Team wird z.B. eine Tornado bereits seit 4 Jahren genutzt und erst nach 3 Jahren war der zweite Austauschen der Dichtungen notwendig.
Der Aufbau der Tornado sowie dessen Inbetriebnahme ist zwar umständlicher und im Feldeinsatz nicht zu empfehlen, unterm Strich ist diese aber robuster und somit langlebiger!
Vergleicht man den Preis zwischen der Cyclone mit 40 – 50 € zur Tornado mit 70 – 90 €, relativiert sich der höhere Anschaffungspreis für die Tornado durch eine häufigere und längere Nutzungsdauer.

Eine Kombination mit den technischen sowie qualitativen Vorteilen beider Granaten wäre etwas, das aktuell auf dem internationalen Airsoftmarkt noch fehlt.
Sollte solch eine Granate in Zukunft auf dem Markt kommen, dürfte bei einer entsprechenden Zuverlässigkeit auch ein höherer Preis gerechtfertigt sein.

Weiterhin gibt es kaum verfügbare Ersatz- oder Tuningteile.
Auch gibt es keine wirklichen Alternativen – zumindest nicht in Deutschland.
Andere Modelle, wie z.B. die Kimera JR2, sind zwar interessant, aber ohne eine breite Verteilung der BBs erfüllt diese oftmals nicht den Zweck einer Granate.
Auch andere Granaten sind jedoch nicht immer verfügbar, noch nicht für den deutschen Markt erhältlich oder es fehlt an Erfahrungswerten und Reviews.
Hierunter fallen aktuell die Zoxna GM3 für etwa 120 – 150 €, oder die von ASG vertriebene Storm 360 für rund 60 €.

Abschließend muss man leider sagen, dass die Cyclone aktuell nicht zu empfehlen ist, wenn der Anwender diese vorrangig auf hartem Untergrund werfen möchte.
Wer eine A.I. Tornado sein Eigen nennt, sollte diese daher gut pflegen und nach Möglichkeit, Dichtungssets vorrätig kaufen.
Als Alternative für den Einsatz auf Rasen oder Waldboden ist dann auch die Cyclone einen Blick wert – nur Steine und Betonflächen sollten nicht in der Nähe sein.