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Tokyo Marui G18 C (AEP)

Modell G18 C
Hersteller / Vorlage Tokyo Marui / Glock
Antriebsart AEP (AEP-Akku 7.2 V NiMH)
Fixed Slide
Feuermodi Semi- und Vollautomatik
Energie (0.20 g BB) 0,44 - 0,46 Joule
Magazin 30 BBs (Standardmagazin)
Gesamtlänge ca. 200 mm
Lauflänge ca. 105 mm
Gewicht ca. 680 g
Material überwiegend ABS (Body)
Kunststoff / Metall (Internals)
Kosten ca. 140 €

TM Glock 18 C 01


Einleitung

Die Tokyo Marui G18 C ist das Vorbild einer ganzen Reihe an AEPs auf dem internationalen Markt, allen voran Cyma.
Dabei bestechen die Marui AEPs mit ihrer grundsoliden Verarbeitung und der Einsatz von qualitativ höherwertigeren Internals, die trotz ihrer kompakten Bauform als Pistole sich nicht gegenüber größeren AEGs mit einer Mündungsenergie von unter 0,5 Joule zu scheuen brauch.

Darüber hinaus ist dabei zu beachten: Es gibt eine weitere G18 C AEP von Tokyo Marui - diese ist jedoch mit Abstand deutlich schlechter verarbeitet, wird mit 4x AA Batterien betrieben und kostet auch nur um die 30 US-Dollar.

In Hinblick auf immer wieder bestehende Rechtsstreitereien mit dem Vorbild Glock, ergibt sich insbesondere auf dem deutschen Airsoft-Markt ein eher ernüchterndes Bild bezüglich der Angebotsmenge. Ein Eigenimport aus dem Ausland ist grundsätzlich möglich, jedoch auch mit Risiken und auch zusätzlichen Kosten verbunden.


Erster Eindruck, Verpackung und Inhalt

Die Originalverpackung wurde bunt gestaltet. Auf dem Deckel ist die Glock als Querschnittszeichnung dargestellt und die übrige Verpackung mit allerhand Hinweisen bemustert.
Im Karton befindet sich natürlich die TM G18 C, ein neon-roter Laufstopfen, ein Metall-Magazin, ein Reinigungsstab, Bedienungsanleitung und Warnhinweis, Garantiezettel (japanisch) sowie ein paar BBs.

Nicht dabei waren Akku und Ladegerät.

Hinweis:
Solltet Ihr einen Eigenimport durchführen wollen und der Zoll will eine Prüfung durchführen, so benötigt Ihr einen funktionstüchtigen und aufgeladenen Akku zum Testen!

Der erste Eindruck war bereits beim Anblick auf das kleine Schmuckstück positiv, denn es waren alle Original-Markings unverschandelt noch aufgebracht. Durchaus aber auch möglich, dass das beim Kauf über einen anderen Händler nicht so ist.
Auch die Haptik der kleinen AEP machte einen sehr guten ersten Eindruck.


Verarbeitung

Nahezu alle Markings, sofern vorhanden, sind eingraviert bzw. in der Form eingelassen.
Die U-Kimme sowie das Korn sind weiß (nicht fluoreszierend) hervorgehoben, um ein Zielen zu vereinfachen.
Einzig der Aufkleber mit dem Glock-Logo am Griffstückboden sieht etwas unschön aus - dahinter befindet sich die Motoreinstellschraube.

Griffstück und Verschluss bestehen nahezu vollständig aus Kunststoff.
Aus Metall ist das Bodenstück (am Magazin-Ende), der Abzug, die Sicherung sowie der Feuerwahlhebel, genauso wie fast alle Teile der Internals (z.B.: Lauf, Gearbox, etc.).

Der Abzug besitzt zudem eine Abzugssicherung.
Zusätzlich befindet sich über dem Abzug eine Sicherung auf der rechten Seite. Diese lässt sich jedoch nicht bzw. kaum im Anschlag betätigen, weswegen die Waffe nur im entsicherten Zustand wirklich spielfähig ist.

Durch das Fixed Slide System ist der, wie der Name schon sagt, Verschluss fest.
Die AEP hat also kein Blowback-Mechanismus, weswegen der Verschluss einschließlich dem Auswurffenster auch aus einem Stück sind.
Für realitätsnahe Darstellungszwecke ist daher diese Waffe eher ungeeignet, weswegen man da besser zu den GBB oder Schreckschuss-Glocks zurückgreifen müsste.
Dafür ist die Waffe aufgrund geringeren Verschleißes am Verschluss langlebiger, wartungsarm und spielfähiger.

Die Internals sind verhältnismäßig filigran. Wer nur die großen V2- und V3-Gearboxen kennt oder kräftige Hände besitzt, wird hier mitunter anfänglich etwas Schwierigkeiten haben. Auch ist das Design der gesamten Gearbox ziemlich intelligent gelöst und wenig vergleichbar mit anderen Gearbox-Versionen.

Das dazugehörige Magazin ist stabil, schwer und es passen etwa 30 BBs hinein.
Leider ist es aufgrund mangelnden Platzes sehr schmal und neigt dazu, verloren zu werden.
Der Magazinauswurfknopf befindet sich auf der linken Seite und funktioniert mit normalen Druck - kann aber ggf. ungewollt das Magazin bei Nutzung eines Tiefziehholsters auswerfen.

Fazit: Insgesamt macht die G18C einen sehr guten Eindruck.
Die Verarbeitung ist sauber, die Materialen fühlen sich wertig an, nichts knarzt, nichts klappert und das Gewicht der Waffe liegt angenehm in der Hand.
Winzige Abzüge gibt es beim Verschluss aus Kunststoff, den schmalen Magazinen und den unschön platzieren Magazinauswurfknopf.

Nachfolgend sind alle sichtbaren Markings aufgelistet:

Griffstück

  • Herstellerbezeichnung (Tokyo Marui...)
  • Glock-Logo
  • Systeminformation ("Electric Power System...")
  • Seriennummer

Verschluss / Hülsenauswurf

  • "9x19"
  • 3x Glock-Logo
  • "18C Austria 9x19"
  • 2x Seriennummer
  • Fünfeck

Internals

  • Systeminformation ("Electric Power System...")
  • Herstellerbezeichnung (Tokyo Marui...)
  • "Hop Up"

Bodenstück (Griffstück)

  • Glock-Logo (nur Aufkleber, darunter Schraube)

TM G18 C 02 TM G18 C 03 TM G18 C 10 TM G18 C 04 TM G18 C 05 TM G18 C 07 TM G18 C 06 TM G18 C 08 TM G18 C 09
alle sichtbaren Markings


Konfiguration und Wartung

Durch Druck am Verschlussboden kann man den Verschluss vom Griffstück trennen.
Darunter befindet sich der Lauf, eine Laufblende, Teile der Gearbox, das Einstellrad für das Hop-Up sowie der Anschluss für einen speziellen AEP-Akku.
Einen eingesetzten Akku kann man durch einen Hebel seitlich des Laufes herausnehmen. Ebenso kann man Kimme und Korn mit Werkzeug austauschen.

Mit Werkzeug kann man dann alle weiteren Internals, wenn unbedingt notwendig, ausbauen.
Hierzu müssen zunächst die geklebten Griffschalen vorsichtig entfernt werden. Anschließend muss die Blende am Griffstückboden sowie die Blende an der Gearbox am Nozzle abgeschraubt werden. Zu guter Letzt können dann die Haltestifte am Body herausgenommen werden.
Anschließend kann man die Gearbox über den Griffstückboden vorsichtig herausnehmen und bei Bedarf weiter zerlegen.
Grundsätzlich ist davon abzuraten die Waffe zu zerlegen, da herstellertypisch die Waffe "out of the box" die besten Ergebnisse liefert und sollte daher nur für Reparaturzwecke oder bei starker Verschmutzung innerer Teile zerlegt werden.


Kompatibilität und Zubehör

Es sollten alle Zubehörteile, die für die Cyma G18 C (CM.030) erhältlich sind, auch nahezu ausnahmslos zur TM passen.
Insbesondere Akku und Ladegerät, Magazin, Kimme und Korn sowie Anbauteile für baugleiche Glock-Modelle anderer Hersteller sind kompatibel.

Auch in allen entsprechend gängigen Holstersystemen (Blackhawk SERPA, Safariland, etc.) passt diese in der Regel hinein. Bei einigen Klonen kann es jedoch sein, dass der Verriegelungs-Clip nicht richtig einrastet, da dieser ggf. etwas zu viel seitliches Spiel hat.
Dieses Problem mit etwas Paketschnur als "Unterlegscheibe" gelöst werden..

Nicht kompatibel sind logischerweise Internals für die gas-betriebenen G18 C.


Leistung, Schussergebnisse und Vergleich zur Cyma CM.030

Der interessanteste Teil dieses Reviews sind wohl die Schusstests.
Gechront wurde die Waffe mit 0.20g BBs. Dabei brachte die G18 C konstant eine Energie von 0.44-0.46 Joule und zeugt daher von einem geradzu dichten System.

Die Präzision und Reichweite ist für den kurzen 10 cm Lauf auch äußerst lobenswert.
Auch hier wurde getestet mit 0.20g BBs an einem windstillen Tag im Sommer bei etwa 20°C.
Ziel war der Rücken eines Teamkameraden.
Die Strecken wurden mit Maßband ausgemessen.

Die effektive Reichweite liegt bei etwa 30 Metern.
Hier treffen quasi alle Schüsse die Fläche eines Oberkörpers.
Auch auf 40 m trafen die Kugeln nahezu immer ihr Ziel, vorausgesetzt man hat eine ruhige Hand. Die Flugkurve war auch bis zu dieser Distanz weitgehend geradlinig.
Ab 40 m sinken die Kugeln jedoch rapide ab, weswegen Treffer auf 50 m nur mit einer leicht gekrümmten ballistischen Kurve und etwas Streufeuer möglich waren.
Treffer darüber hinaus sind eher zufällig.

Zum Vergleich:
Der Klon der Cyma, die CM.030, erreicht ohne weitere Modifikationen eine ähnliche Präzision, die 15-20 Metern unter die der Marui liegt. Weiterhin sind die BBs aufgrund der niedrigeren Mündungsenergie bei der Cyma länger unterwegs, das zu einem weiteren taktischen Nachteil im Spielverlauf bieten kann.

Die ROF wird laut Hersteller mit etwa 15 BB/s angegeben und verhält sich demnach ähnlich zur Cyma.
Ein direkter Vergleich zeigt ebenfalls, dass sich beide AEPs sich da nicht viel nehmen.
Auch wenn die ROF nicht allzu hoch erscheint, ist diese in Anbetracht der Munitionsbeschränkung pro Magazin mehr als angebracht sowie auch ausreichend.
Ein Standardmagazin (30 BBs) ist damit in etwa 2-3 Sekunden verschossen.
Größere Stangenmagazine gibt es mit 100 BBs und sollte äquivalent in etwas unter 10 Sekunden verschossen sein.
Daher ist permanentes Dauerschießen mit dieser Waffe kaum sinnvoll und sollte auf kurze Feuerstöße begrenzt werden.


Unterschied zur "New Version"

Von der TM G18 C gibt es mittlerweile zwei verschiedene Versionen.
Am besten erkennt man dies - leider - nur am unterschiedlichen Karton.
Während die Verpackung vom ersten Modell in einem tristen hellgrau gehalten wurde, unterscheidet sich die New Version mit einer dunklen Aufmachung. Der Inhalt ist hingegen identisch.

Dennoch gibt es auch kleine Unterschiede an der AEP:
Auf dem ersten Blick wirken beide Pistolen gleich, bei genauerer Betrachtung hingegen fällt auf, dass der Verschluss etwas matter ist als bei der alten Version.
Und dann hört es auch schon auf an dieser Stelle.
Ob an den Internals etwas geändert wurde, war nicht ersichtlich.
Auch so schießen beide Modelle gleich gut und lassen keinen weiteren Unterschied erkennen.

TM G18 C 14 TM G18 C 15 TM G18 C 16 TM G18 C 17 TM G18 C 18 TM G18 C 19 TM G18 C 20 TM G18 C 21 TM G18 C 22 TM G18 C 23 TM G18 C 24 TM G18 C 25 TM G18 C 26 TM G18 C 27 TM G18 C 28 TM G18 C 29 TM G18 C 30 TM G18 C 31 TM G18 C 32
Die TM G18 C (New Version) in Nahaufnahme


Langzeittest

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf eine regelmäßige Nutzungsdauer verteilt über 1 Jahr bei den verschiedensten Witterungsbedingungen
In diesem Zeitraum sind deutlich über 1000 Schuss verschossen wurden.
Die Präzision hat kaum merkbar nachgelassen, wohl auch, weil dank der hohen Präzision im Spiel nicht viel geschossen werden musste!
Für einen erneuten Schuss- und Präzisionstest wurde bei einem teaminternen Training eine ausgemessene Schießbahn aufgebaut und die Waffe getestet:

TM G18 C 11

Es wurde dabei auf Metallziele mit der Größe eines Oberkörpers (ca. 30 x 50 cm) durch einen Reifentunnel geschossen, womit "Zufallstreffer" durch übertriebenes Over-Hop und starkes Streufeuer verhindert werden sollte.
Die Außentemperatur war dabei hochsommerlich 36°C - durchaus möglich, dass Ergebnisse bei kühleren Temperaturen variieren.

Bei ruhiger Hand sind Treffer auf Ziele in 30 Metern sehr wahrscheinlich. Von 10 Schuss gab es wiederholt 7-8 Treffer.
Bereits ab 40 m fiel jedoch die Trefferwahrscheinlichkeit merkbar ab, wobei die Streuung etwas zunahm.
Hier traten immer mehr Ausreißer nach links oder rechts auf, wodurch nur noch jeder dritte bis vierte Schuss traf.
50 Meter waren dann nur noch mit leichtem Streufeuer und gekrümmter Flugbahn treffbar, wenn auch nicht unmöglich. Jedoch besteht hier keine gestreckte Flugbahn mehr.

Der erstmalige Schusstest zu Beginn wurde hiermit auch bestätigt:
Die effektive Reichweite liegt bei maximal 30 m. Sicherlich sind auch Ziele über 30 m noch treffbar, jedoch nicht mehr allzu präzise, weswegen auf ggf. stärkere Markierer zurückgegriffen werden müsste.
Für CQB-Spielfelder ist dies jedoch optimal, da man fast jedes Ziel unter 30 m zielsicher treffen kann.


Im Spiel

Die TM Glock 18 C ist absolut geeignet als Backup-Waffe im CQB oder auch für kleinere Spielfelder. Aber auch auf großen Spielfeldern, bei denen man dennoch ab und an in den Nahbereich von unter 10 m gelangt, ist diese Waffe ein treuer Begleiter und Arbeitstier.

In Verbindung mit einem Schnellziehholster ist dies wohl mit beste Backup-Lösung, ohne viel Gewicht mit maximalen Komfort und sehr hoher Beweglichkeit im Nahbereichen schießen zu können und zu dürfen.
Damit ist auch die häufig genutzte Bang-Regel quasi überflüssig.
Durch die für < 0,5 Joule Waffen herausragende Reichweite und Präzision kann man sie auch sehr gut auf kleineren Spielfelder nutzen.
Kaum geeignet ist sie jedoch als Primärwaffe, da ein Magazin zu schnell verschossen ist und aufgrund mangelnder Stabilität nicht jeder Pistolenschütze das Ziel auch ins Schwarze trifft.


Pro und Kontra

Pro

  • Verarbeitung
  • wartungsarm (kein Blowback)
  • hohe Präzision/Reichweite bei geringer Energie
  • perfekte Backup-Waffe
  • Zubehör und Kompatibilität zu Originalzubehör (Holster, Sights, etc.)
  • kein Tuning notwendig
  • liefert "out of the box" zufriedenstellende Ergebnisse
  • bei Eigen-Import: Original-Markings
  • kaum Wertverlust

Kontra

  • Preis (für etwa die Hälfte des Geldes gibt es den Klon von Cyma)
  • weniger Realitätstreue (kein Blowback)
  • derzeit nur via Import verfügbar / Stress mit Zoll / lange Wartezeiten
  • beschränkte Magazingröße (für Dauerfeuer ungeeignet)
  • unpraktische Sicherung
  • nicht als Primärwaffe geeignet

Fazit

Die TM G18 C ist wohl derzeit mit die beste AEP auf dem Markt.
Sie erfüllt nahezu alle Wünsche, die man sich für eine schwache Backup wünscht und lässt einen Mindestabstände und Bang-Regeln vergessen.

Auch wenn es Abzüge in der Handhabung wie der Sicherung gibt, ist sie alles in allem eine sehr zuverlässige und gut verarbeitete Waffe und sicherlich eine gute Investition sowie die etwas bessere Alternative zu ihrem Klon der Cyma CM.030.